Industrielle Bildverarbeitung: Mindestens 8 Prozent Wachstum im Jahr 2016

Die deutsche Bildverarbeitungs-Branche wird laut Daten des VDMA in diesem Jahr voraussichtlich mindestens 8 Prozent Umsatzwachstum erzielen - von 2,0 auf 2,2 Mrd. Euro. Auch die gesamteuropäische Branche bleibt mit einem Umsatzplus von 8 Prozent auf Wachstumskurs.

Der Umsatz der deutschen Bildverarbeitungs-Branche von 2005 bis 2016 (2016: Prognose) Bildquelle: © VDMA Robotik+Automation

Der Umsatz der deutschen Bildverarbeitungs-Branche von 2005 bis 2016 (2016: Prognose)

»Innerhalb von zehn Jahren hat die deutsche Bildverarbeitungs-Branche ihren Umsatz verdoppelt, und ein Ende des Booms ist nicht in Sicht«, betont Dr. Olaf Munkelt, Vorstandsvorsitzender der VDMA-Fachabteilung Industrielle Bildverarbeitung. »Für dieses Jahr sehen wir sogar noch Luft nach oben – es entwickelt sich besser als prognostiziert.« Auch für das Jahr 2017 rechnet der VDMA laut aktuellen Umfragen mit einer weiteren dynamischen Entwicklung der Branche.

Bildverarbeitung „Made in Europe“ ist zur Schlüsseltechnologie für die Automatisierung weltweit geworden. Maschinen können dank Bildverarbeitung „sehen und verstehen“. Nicht von ungefähr erobert sich die Bildverarbeitung stetig neue Absatzbranchen und Anwendungsfelder. »Kreative Einsatzmöglichkeiten gibt es jedes Jahr aufs Neue: Lebensmittelerkennung ohne Barcode im Supermarkt, Schienenüberwachung in der London Underground, Garnelensortierung auf dem Fischkutter – die Bildverarbeitung hat längst unseren Alltag erobert«, führt Munkelt aus. 2015 betrug der Anteil der nicht-industriellen Branchen am Umsatz der europäischen Bildverarbeitungs-Industrie bereits 24 Prozent; der Umsatz wuchs mit 14 Prozent überdurchschnittlich. Wachstumstreiber waren besonders die Bereiche Intelligente Verkehrssysteme, Medizinische Diagnoseapparate und Operationstechnik sowie Sicherheit & Überwachung.

Aufgeschlüsselt nach Branchen bleibt die Automobilindustrie weltweit stärkster Kunde für die europäische Bildverarbeitungs-Industrie mit einem Anteil von 20 Prozent am Gesamtumsatz. Der Umsatz mit industrieller Bildverarbeitungstechnik stieg hier im Jahr 2015 um 9 Prozent. In der verarbeitenden Industrie ohne Automobil wuchs der Umsatz um 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Elektro-Elektronikindustrie einschließlich Halbleiter war mit einem Anteil von knapp 12 Prozent der zweitgrößte Kunde, gefolgt von der Metallbranche sowie der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie mit einem Anteil von jeweils 7 Prozent.

Für die europäische Bildverarbeitungsindustrie war Deutschland der wichtigste Absatzmarkt: 33 Prozent ihres Umsatzes erzielte sie in Deutschland, 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Nordamerika war mit 14 Prozent der zweitwichtigste Exportmarkt (plus 11 Prozent), gefolgt von China mit 8 Prozent Anteil am Umsatz (plus 16 Prozent im Vergleich zu 2014).

Wichtigste Komponente mit einem Anteil von 30 Prozent am Gesamtumsatz der europäischen Bildverarbeitungsindustrie sind die Kameras. Der Umsatz mit ihnen wuchs 2015 um 9 Prozent. Etwas weniger dynamisch entwickelte sich mit einem Wachstum von 6,5 Prozent der Umsatz mit Bildverarbeitungssystemen.