Für künftige Wettbewerbsfähigkeit: Digitalisierung als Gebot der Stunde

Als Nachfolger von Anton S. Huber wurde Dr. Jan Michael Mrosik im vergangenen Jahr CEO der Siemens-Division Digital Factory. Seines Erachtens müssen Unternehmen ihre gesamte Wertschöpfungskette digitalisieren – und Siemens liefere ihnen das nötige Rüstzeug dafür.

Dr. Jan Michael Mrosik, Siemens: »Produzierende Unternehmen werden sich konsequent digitalisieren müssen.« Bildquelle: © Andreas Knoll / Markt&Technik

Dr. Jan Michael Mrosik, Siemens: »Produzierende Unternehmen werden sich konsequent digitalisieren müssen.«

»Im Digitalisierungsprozess werden diejenigen gewinnen, die sich in der besten Art und Weise an das neue Umfeld adaptieren und dabei zur richtigen Zeit das Richtige tun«, erläutert Mrosik, der zuvor CEO der Siemens-Division Energy Management war. »Produzierende Unternehmen werden sich konsequent digitalisieren müssen, um künftig die vier Anforderungen Schnelligkeit, Flexibilität, Qualität und Effizienz erfüllen zu können. Nur wer seine gesamte Wertschöpfungskette integriert und digitalisiert, wird in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben.«

Seine Division biete daher für alle fünf Glieder der Wertschöpfungskette – Produkt-Design, Produktionsplanung, Produktions-Engineering, die eigentliche Produktion und Services – durchgängige Lösungen an. Als Basis fungiert dabei die Software „Teamcenter“: »Sie dient als gemeinsame Plattform, die die gesamte Datenbasis für das Unternehmen zur Verfügung stellt«, verdeutlicht Mrosik. »Für das Produkt, den Produktionsprozess und das Produktions-Equipment lässt sich jeweils ein digitaler Zwilling erstellen, und Teamcenter integriert die drei Sphären in ein einheitliches Datenmodell. Dabei lässt sich künftig aus dem digitalen Zwilling direkt der SPS-Code für die Steuerung generieren – ein großer Fortschritt. Das Ergebnis ist dann umfassend validierbar: Hier kann erstmals ein digitaler Zwilling der Steuerung eingesetzt werden, um eine Produktionszelle in einer komplett virtuellen Umgebung zu testen.«

Den Überbau über der Wertschöpfungskette bildet „MindSphere“, das im vergangenen Jahr eingeführte IoT-Betriebssystem auf Cloud-Basis. Es unterstützt jede Art von Cloud, ob private, public oder on-premise, und setzt den Rahmen für Produktionsdaten-Analyse, Predictive Maintenance, Condition Monitoring und vieles mehr. »Teamcenter und MindSphere bilden die Klammer für Product Lifecycle Management, Manufacturing Operations Management und Totally Integrated Automation«, führt Mrosik aus. »Siemens ist das einzige Unternehmen weltweit, das alle drei Aspekte mit durchgängigen Lösungen abdecken kann.«

Im Bilanzjahr 2016 erzielte die Siemens-Division Digital Factory einen Umsatz von 10,2 Mrd. Euro und bekam Aufträge im Wert von 10,3 Mrd. Euro. Die Division beschäftigt derzeit etwa 46.000 Mitarbeiter.