Neues von TI: Sensoren mit Potential

»Very exited« über »disruptive« Technologien sind Amerikaner bei Produktvorstellungen öfters. Für die von Texas Instruments jetzt vorgestellten, im EHF-Band arbeitenden CMOS-Sensoren sind dank Leistungsfähigkeit, Miniaturisierung und verringertem Stromverbrauch tatsächlich viele Anwendungen denkbar.

AWR+IWR Familie Bildquelle: © Hagen Lang

Klein wie ein Fingernagel und dünn wie ein Faden: Die neuen mmWave Sensoren von Texas Instruments

Texas Instruments Senior Vice President Embedded Processing Greg Delagi war extra nach München gereist, um die fünf neuen Bausteine der zwei SoC Sensorfamilien AWR1x und IWR1x vorzustellen, die in Sachen Präzision, Leistungsfähigkeit und Miniaturisierung für Millimeterwellen-Sensoren Maßstäbe setzen. Die Erfassungspräzision der zwischen 76 und 81 GHz arbeitenden, in CMOS-Technologie realisierten Sensoren soll die heutiger Systeme bei um 50 Prozent verringertem Stromverbrauch erheblich übertreffen. Anwendungsbereiche sind (vorerst) der Automotive- sowie der Industrial-Bereich, die Gebäude- und Fabrikautomation sowie die Medizintechnik. Ab heute erhältlich ist ferner eine vollständige Entwicklungsplattform.

Die Sensoren verfügen über eine Entfernungs-Auflösung von unter 4 cm mit einer Entfernungs-Genauigkeit von weniger als 50 µm und einem Entfernungsmessbereich von bis zu 300 m. Laut Greg Delagi war die Technologie bei TI 10 Jahre im Inkubator und ist umfassend patentrechtlich geschützt. TI rechnet sich angesichts bis 2020 zu erwarteter 10 Millionen selbstfahrender Kraftfahrzeuge und ca. 80 Prozent mit »smarter« Technologie ausgestatteten Häusern und Wohnungen einen erheblichen Sensorik-Bedarf aus. Auf konkrete Umsatzzahlen festlegen wollte sich Delagi nicht.

»The sky is the limit«, könnte man hinsichtlich der Einsatzmöglichkeiten der neuen Sensorenfamilien sagen. TI fokussierte sich bei der Präsentation der Bausteine auf die offensichtlichen Anwendungsfelder, allen voran, Automotive-Radarsysteme und Industrial Automation. Durch den Stromverbrauch von 150 µA und die geringe Größe (10,4x10,4 mm) können die Sensoren überall am Auto plaziert werden, wo es funktionell Sinn macht.

Große und komplexe Multi-Chip Systeme, wie sie heute gängig sind (bestehend aus Transmitter, Verstärker, Receiver, ADC/DAC und Prozessor) hat TI auf einem einzelnen Chip integriert. Entwicklungen gemäß SAE (Society of Automotive Engineers) International Level 2 oder höher lassen sich so leichter implementieren. Die Sensoren der AWR1x-Familie eignen sich auch für ADAS (Advances Driver Assistance Systems) und Anwendungen für Automotive Safety Integrity Level (ASIL) B, Einparkhilfen, Fußgänger- und Hindernis-Erkennungen, Belegungs- und Fahrerüberwachungen.