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Pneumatik-Modul von Harting: Steckverbinder für flexible Druckluft-Systeme

Steckbare Pneumatik-Verbindungen waren bisher nur begrenzt zieh- und steckbar. Anders das Han-Pneumatik-Modul von Harting: Durch die Verwendung von Metallkontakten sind mindestens zehntausend Steckzyklen möglich.

za_TF 6_Han-Pneumatikmodul_durchfluss_0650.jpg Bildquelle: © Harting

Harting hat mit Hilfe von Strömungssimulation die Durchflussmengen verdoppelt. Die farbigen Linien im Bild zeigen den Druckluftstrom durch die Kontakte (rot = sehr hohe Fließgeschwindigkeit, blau = sehr langsame Fließgeschwindigkeit der Luft). Durch gezielte Änderungen der Geometrien konnte Harting hohe Geschwindigkeiten umgehen und den Druckabfall halbieren.

Die Pneumatik bietet im Vergleich zur Elektrizität erhebliche Vorteile für die Leistungsübertragung in modernen Fertigungsanlagen. Sie kann vor allem bei der Versorgung von Antrieben, Steuerungen, Bremssystemen, Halte- und Entladevorrichtungen punkten: Ihre Energiedichte ist zum Beispiel auf kleinem Bauraum höher und der Kühlungsbedarf geringer als bei vergleichbaren elektrischen Lösungen. Hinzu kommen die große Robustheit und der potenziell einfache Aufbau der Verteilsysteme.

Weitere Vorteile der Drucklufttechnik für industrielle Anwendungen sind die sehr gute Verfügbarkeit und Speicherbarkeit des Mediums und der einfache Aufbau der beteiligten Komponenten. Pneumatik-Systeme sind typischerweise wartungsarm, überlastsicher und stufenlos regelbar. Bei langen Haltevorgängen sind mit Druckluft betriebene Antriebe darüber hinaus energetisch effizienter und dadurch günstiger als elektrische Alternativen.

Um Platz in der Anwendung zu sparen, hat Harting für die Druckluftübertragung dreipolige Steckverbinder-Module entwickelt. Die Module verwenden Metallkontakte, die mindestens 10.000 Steckzyklen standhalten. Für Maschinen, deren Werkzeug jährlich maximal zwei oder drei Dutzend Mal getauscht wird, wäre eine so hohe Zahl zuverlässiger Steckzyklen nicht nötig. In modernen Fertigungsanlagen erfolgen Werkzeugwechsel und Umrüstungen mittlerweile jedoch immer häufiger und teilweise automatisch.

za_TF 6_Han-Modular Pneumatik_Explosion_08_2017_A4_original.jpg Bildquelle: © Harting

Das Han-Pneumatik-Modul von Harting. Wegen seiner Metallkontakte eignet es sich für den Einsatz in rauen Industrieumgebungen.

Gerüstet für häufigen Werkzeugwechsel

Harting hat deshalb Metall als Werkstoff für die neuen Pneumatik-Kontakte gewählt. Dadurch eignet sich die Komponente auch für den Einsatz in rauen Industrieumgebungen. Das Modul und die Kontakte sind robust und unterstützen dadurch flexible Fertigungssysteme, für die tägliche Werkzeugwechsel, Aktoren-Tausche und Systemerweiterungen vorgesehen sind.

Den maximalen Betriebsdruck hat Harting von den bisherigen 8 bar (bei Kunststoffkontakten) auf 10 bar erhöht. Das Modul deckt damit den gesamten sogenannten Niederdruckbereich ab, wodurch sich die Anwendungsmöglichkeiten für steckbare Druckluftverteil-Systeme in der Integrated Industry vervielfältigen. Ein wesentlicher Vorteil für den Anwender ist, dass „hybride“ Konfigurationen von Pneumatik- und anderen High-Mating-Cycles-Modulen möglich sind. Anwender sparen Platz und Zeit für Installation und Wartung, wenn sie elektrische Kontakte mit Kontakten für die Lichtwellen- und die Druckluftübertragung in einem Gehäuse kombinieren. Weil die Module und Kontakte langlebig sind, können die angeschlossenen Maschinenmodule wechseln – die Schnittstellen bleiben über den gesamten Lebenszyklus hinweg dieselben.