Internet of Services statt IoT: »Das Smart Home besser vermarkten!«

Trotz euphorischer Prognosen sieht die Realität für IoT- und Smart-Home-Firmen derzeit eher ernüchternd aus. Cees Links, Gründer und CEO von GreenPeak Technlogies, hätte da eine Idee: Der Smart Services statt »Smart Things«, die ihren Namen noch nicht einmal verdienen.

»Ein Gerät lediglich ans Internet anzuschließen, so dass es über ein Smartphone überwacht und gesteuert werden kann, ist nicht gerade smart. Die meisten sogenannten Smart Devices sind nicht viel mehr als Fernbedienungen übers Internet.« Bildquelle: © GreenPeak Technologies

»Ein Gerät lediglich ans Internet anzuschließen, so dass es über ein Smartphone überwacht und gesteuert werden kann, ist nicht gerade smart. Die meisten sogenannten Smart Devices sind nicht viel mehr als Fernbedienungen übers Internet.«

Die Marktforscher überschlagen sich geradezu in euphorischen Prognosen über die Entwicklung des Internet of Things. Von 25 Mrd. Connected Things im Jahr 2020 spricht etwa Gartner, IDC sieht 30 Mrd. IoT-Geräte für das Jahr 2020 voraus und das World Economic Forum spricht von 5 Mrd. Menschen, die 2020 vernetzt sein werden sowie von 50 Mrd. Connected Things, eine Zahl, die auch Cisco nennt.

Auf der anderen Seite hört man aber auch Stimmen, die vor allzu euphorischen Einschätzungen warnen. Und tatsächlich scheinen sich ja der IoT-Markt – und Teilmärkte wie Smart Home – nicht so schnell zu entwickeln wie gedacht.

Das liegt zunächst am Kampf der Plattformen. Welche Protokolle und welche Techniken werden sich schlussendlich durchsetzen? Wie bringt man all die vielen unterschiedlichen Geräte dazu, dass sie miteinander sprechen und sich verstehen? Diese schwer zu beantwortenden Fragen führen zu Verunsicherungen – sowohl bei den Anwendern als auch bei den Herstellern der Geräte und nicht zuletzt bei den Herstellern der Elektronik, die es diesen Geräten ermöglichen soll, miteinander zu kommunizieren. Denn verschiedene Chips und Software für unterschiedliche Plattformen in die Geräte einzubauen, das käme sicherlich zu teuer.

»Smart« ist nicht »connected«

Es gibt aber noch einen weiteren Grund für die Verwirrung. Die Bezeichnungen »IoT« und »Smart Home« ist ein wenig unglücklich gewählt, denn viele verwechseln »smart« und »connected«. Die meisten Geräte, die als IoT oder smart bezeichnet werden, sind nämlich nicht smart, sondern einfach nur miteinander verbunden. Ein Gerät lediglich ans Internet anzuschließen, so dass es über ein Smartphone überwacht und gesteuert werden kann, ist nicht gerade smart. Denn wer etwas als smart bezeichnet, denkt dabei an intelligent. Aber die meisten sogenannten Smart Devices sind nicht viel mehr als Fernbedienungen übers Internet.

Im Haus bedeutet »smart«, dass ein Netzwerk von Sensoren die Umgebung überwacht und Messdaten aufnimmt. Was mehr bedeutet als beispielsweise nur die Temperatur zu messen. Ein smartes System muss feststellen, wer gerade im Haus ist, und ob die Aktivitäten im Haus zu dem gegebenen Tag und der gegebenen Uhrzeit als normal gelten können. Es ist lernfähig und mit seinem Wissen, das er sich über das Verhalten der der Bewohner angeeignet hat, entscheidet es, ob ein Fenster geöffnet, die Heizung eingeschaltet werden soll, das Sicherheitssystem aktiviert oder das Licht eingeschaltet werden soll. Tritt ein Leck in einer Wasserleitung auf, schaltet es das Wasser ab, schickt einen Alarm an die Bewohner und informiert einen Handwerker.

Dumme Datenarmbänder

Nicht smart sind hingegen Armbänder, die Daten über die Fitness und den Gesundheitszustand ihrer Träger ermitteln sollen. Wären sie smart, müssten sie die Daten zu einem persönlichen Online-Coach übermitteln, der die Daten interpretiert und Vorschläge macht, wie die Person gesünder leben könnten.