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Power-to-Heat: Preiswerter Überschussstrom betreibt Dampfkessel

Die zur Viessmann Group gehörende holländische HKB Ketelbouw BV hat erstmals eine Power-to-Heat-Lösung mittels Integration sogenannter E-Patronen in einem Doppelflammrohrkessel (Vitomax D HS) realisiert. Dies spart durch die Nutzung der Energiepreisschwankungen ein Drittel Energiekosten.

Vitomax D HS Bildquelle: © Viessmann

Das zur Viessmann Group gehörende niederländische Unternehmen HKB Ketelbouw BV entwickelt und fertigt schlüsselfertige Großanlagen für die Erzeugung von Dampf bis 120 Tonnen pro Stunde und Heißwasser bis 120 MW.

Die Erzeugungsschwankungen des Regenerativstroms aus Solar- und Windanlagen führen an den Strombörsen zu erheblichen Preisschwankungen. In Spitzenzeiten erzielt z.B. Solarstrom »negative« Preise, d.h. der Stromproduzent muss den Abnehmer seines Stromes bezahlen.

Ein Anlagenbetreiber betreibt in Österreich eine Vitomax D HS Dampfkesselanlage mit zwei E-Patronen mit je 5 MW elektrischer Leistung. Ist Stromüberschuss vorhanden, startet der Netzbetreiber APG (Austrian Power Grid) eine elektronische Anfrage bei dem Betreiber. Um die Netzstabilität aufrechtzuerhalten, muss dann mindestens eine der beiden E-Patronen innerhalb von zwei Minuten in Betrieb gehen.

Dabei wird automatisch die Leistung der Feuerung entsprechend reduziert, um den Sollwertdruck im Kessel zu halten. Die dazu erforderliche Steuerung wurde von HKB in Zusammenarbeit mit Viessmann Österreich und in Abstimmung mit dem TÜV entwickelt und programmiert. Die Nutzung von Überschussstrom hat immer Vorrang gegenüber dem Brennerbetrieb.

Dampfkessel und E-Patronen sind für den Betrieb ohne ständige Beaufsichtigung (BosB) zugelassen. Da der Kessel rund um die Uhr Dampf mit einer Leistung von bis zu 30 Tonnen pro Stunde erzeugt, und häufig Überschussstrom nutzt, spart der Betreiber bis zu einem Drittel seiner Brennstoffkosten ein.