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Mieterstrom: Much Ado About Nothing

Allerorts bejubelt, gebar der Deutsche Bundestag ein neues Mieterstromgesetz. Für das »Gelingen der Energiewende« oder »neue Geschäftsmodelle« dürfte der Beitrag von Mieterstrommodellen wegen der Geringfügigkeit des Segmentes minimalst bleiben.

Handwerker vor Wohnhaus Bildquelle: © Pixabay

Selten hat ein Gesetz zu Energiethemen so viel einhellige Zustimmung gefunden, wie das am 29. Juni 2017 verabschiedete Mieterstromgesetz, das die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Mieterstrommodelle verbessert. Nicht nur stelle es ein bedeutendes (und bislang fehlendes) Glied der Energiewende dar. Auch die Bürger (Mieter) könnten sich nun freuen. Stellvertretend für viele Verbände und Parteien (von VKU bis CDU) darf das Lob Robert Buschs, Geschäftsführer des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft (bne) stehen: »Dass fast 20 Jahre nach dem Start des EEG nun auch Mieter von sauberen und dezentralen Energielösungen profitieren können, war ein überfälliger Schritt.«

Auch »Geschäftsmodelle« scheinen sich zu entwickeln. So meldet die Green City Energy AG den Abschluss ihres ersten Mieterstromprojektes im Rahmen einer Quartierslösung, bei dem sie für ein Mieterstromprojekt in Ichenhausen bei Günzburg Beratung, Planung, Bau und Betrieb übernimmt. »Die Besonderheit bei diesem Projekt ist die ökologisch begründete, aber auch ökonomisch attraktive Gesamtkonzeption für alle Beteiligten«, so Christopher Winter, Projektleiter von Green City Energy.

Technologisch ist das Quartierprojekt des Bauherrn Mayer & Gorzitze GbR in Ichenhausen bei Günzburg anspruchsvoll: Eine Solaranlage mit 99 kWp wird in Kombination mit einer zentral betriebenen Pelletheizung von einem Fachbetrieb errichtet und vom Bauherrn an die Green City Energy als Anlagenbetreiber verpachtet. Von geschätzt 94.500 kWh p.a. selbst erzeugtem Strom sollen schätzungsweise 30 Prozent direkt verbraucht werden. Zusätzlich zu beziehender Netzstrom stammt (bilanziell) aus regenerativen Quellen.

Mieterstromexperte Dr. Harald Will, der die beiden Projektpartner zusammenbrachte, erklärt: »Die für die Mieterstromabrechnung ohnehin benötigte digitale Zähltechnik mit Internetzugang soll auch für die Abrechnung der Heizung und Warmwasserverbräuche eingesetzt werden«. Hieraus entstünden Synergien, von denen Mieter, Vermieter und Green City Energy als Anlagenbetreiber profitierten. »Green City Energy pachtet neben der PV-Anlage den Summenzähler und einen Teil des eingesetzten IT-Kommunikationsmoduls«, so Will. Dies senke zusätzlich die Kosten. Perspektivisch eröffne das Projekt auch die Option auf eine zukünftige E-Mobilitäts-Lösung von Green City Energy.