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Varta Microbattery: 1 Mrd. Batterien: »Unsere Maxime: Höchste Energiedichte auf kleinstem Volumen!«

Investitionen in den Ausbau der Fertigung sowohl in Ellwangen als auch in den Assemblierungswerken in Rumänien, China und Indonesien stehen für Herbert Schein, CEO der Varta Microbattery, für dieses Jahr im Fokus.

Herbert Schein, Varta.jpg Bildquelle: © Markt & Technik

Herbert Schein, Varta Microsystems (links im Bild): »Wir werden in diesem Jahr erstmals über 1 Milliarde Mikrobatterien produzieren und wollen die Produktion in den nächsten drei Jahren massiv ausbauen.«

Große Hoffnungen für die Zukunft setzt er neben dem Thema Energiespeicher auf Lithium-Ionen-Mikrobatterien für Wearables.

Markt&Technik: Hand auf´s Herz, Herr Schein, warum hat Varta den geplanten Börsengang Ende letztes Jahr dann kurzfristig doch noch abgesagt?

Herbert Schein: Wir haben unsere Börsenpläne im Winter 2016 aufgrund des damals für Börsengänge schwierigen Marktumfelds verschoben, aber nicht aufgehoben. Wir beobachten den Markt, stehen aber unter keinem zeitlichen Druck.

Ändert sich dadurch irgendetwas für die zukünftige Unternehmensentwicklung? Sie wollten ja zwei Drittel der IPO-Erlöse für Zukäufe im Bereich Energiespeicher-Lösungen investieren.

Nein, der verschobene Börsengang hat keinen Einfluss auf die Entwicklung der Varta. Wir sind derzeit gut aufgestellt und wachsen profitabel. Wir haben solide Cash Flows und eine geringe Verschuldung, deswegen können wir unser Wachstum auch aus eigener Kraft finanzieren. Natürlich prüfen wir aber auch kontinuierlich verschiedene andere Optionen zur Wachstumsfinanzierung.

Auf der Intersolar war vor kurzem zu beobachten, dass sich das Feld der Anbieter von Energie­speicher-Lösungen, kurz EES, deutlich gelichtet hat. Eine vorhersehbare Entwicklung?

Das war eine zu erwartende Marktkonsolidierung, da waren auch viele Privat-Label-Anbieter auf dem Markt aktiv. Inzwischen ist ein Trend von Lithium-Eisenphosphat als Elektrochemie hin zu anderen Lithium-Systemen zu beobachten. Neue Lithium-Akkus mit höherer Energiedichte weisen eine ebenso hohe Lebenszeit mit einem abgestimmten Batteriemanagement auf. Wir folgen diesem Trend und decken dabei sowohl den Heimspeicherbereich als auch das Commercial-Segment ab. Varta Storage bietet hier entsprechende Systeme im Leistungsbereich von 4 bis 120 kW an. Unser Ziel ist es, eines der führendenden Unternehmen im Bereich Energiespeicher für Privathaushalte und Großspeicheranwendungen einzunehmen. Unser Fokus liegt dabei auf Europa und den USA.

Welchen Beitrag liefert der Bereich Energiespeicher inzwischen zum Gesamtgeschäft der Varta und von welcher Geschäftsentwicklung gehen Sie für das laufende Jahr aus?

Der Bereich Energiespeicher liefert inzwischen einen nachhaltigen Beitrag, wir planen somit, den Break-Even in unserem Segment Power und Energy in Kürze zu erreichen. Wir haben im letzten Jahr ein Umsatzvolumen von 214 Millionen Euro erreicht. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete das einen Zuwachs um rund 10 Prozent. Ich bin absolut optimistisch, dass es uns gelingen wird, die deutlichen Wachstumsraten der letzten Jahre auch in Zukunft fortsetzen zu können!

Auch bei den Energiespeichern setzen sich Lithium-Ionen-Systeme als bevorzugte Lösung immer mehr durch. Wird Lithium-Ion in Zukunft das über weite Anwendungsbereiche dominierende Batteriesystem sein?

Batterien sind kein Commodity-Produkt, die Entwicklung schreitet hier schnell voran. Lithium-Ion ist ein elektrochemisches System, das sich aufgrund seiner Leistungswerte für eine Vielzahl von Anwendungen empfiehlt. Lassen Sie es mich so ausdrücken: Die Lithium-Ionen-Batterie wird immer mehr zur entscheidenden strategischen Komponente vor allem auch bei tragbaren Geräten.

Erfolg zieht häufig weitere Investitionen nach sich, um den Erfolg abzusichern und neue Chancen zu nutzen. Beschäftigt sich Varta Microbattery schon wieder mit Erweiterungsplänen?

Wir werden in diesem Jahr erstmals über 1 Milliarde Batterien in Ellwangen produzieren. Um für die zu erwartenden Steigerungsraten der nächsten Jahre gewappnet zu sein, müssen wir die Produktion in diesem Bereich in den nächsten drei Jahren massiv ausbauen. Bereits in diesem Jahr investieren wir weltweit rund 30 Millionen Euro in den Ausbau unserer Produktionskapazitäten in Ellwangen, Shanghai, Brasov in Rumänien und Indonesien.