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SOLARWATT Innovation: »Im Auto wäre das Galaxy-Desaster nicht passiert!«

Warum SOLARWATT vorrangig mit Zulieferern für die Automobilindustrie arbeitet, wie sich das auf Preis und Qualität der Solarspeicher auswirkt und warum das Samsung-Galaxy-Desaster in der Automobilindustrie nicht hätte passieren können, sprach Smarterworld mit Dr. Olaf Wollersheim von SOLARWATT.

Dr. Olaf von Wollersheim: »Schon aus Gründen der Qualität war es von Anfang an Teil unserer Strategie, vorrangig mit Zulieferern für die Automobilindustrie zusammen zu arbeiten. Es gibt aber noch einen zweiten Grund: Der Druck der Autohersteller z Bildquelle: © SOLARWATT

Dr. Olaf von Wollersheim: »Schon aus Gründen der Qualität war es von Anfang an Teil unserer Strategie, vorrangig mit Zulieferern für die Automobilindustrie zusammen zu arbeiten. Es gibt aber noch einen zweiten Grund: Der Druck der Autohersteller zwingt die Zulieferer, extrem kostengünstig zu produzieren.«

Smarterworld: In letzter Zeit sind die Li-Ionen-Batterien ins Gerede gekommen, nicht erst seit dem Galaxy-Desaster von Samsung, auch die Li-Ionen-Batterien im Dreamliner von Boeing und im Tesla brannten. Hat SOLARWATT, die auf Li-Ionen-Batterien für PV-Heimspeicher setzt, keine Probleme?

Dr. Olaf Wollersheim, SOLARWATT: Wir haben einen Grundsatz: Keine Kompromisse, wenn es um Sicherheit geht. Das ist übrigens auch ein Grundsatz der Automobilindustrie: Im Auto wäre das Galaxy-Desaster nicht passiert!

Was ist dann mit den brennenden Tesla-Autos?

Das ist ein gutes Beispiel, denn Tesla scheint zum damaligen Zeitpunkt nicht dieselben Qualitätsprozesse umgesetzt zu haben wie die alteingesessenen Automobilhersteller, von denen keine derartigen Vorfälle bekannt geworden sind. Nur so konnten sie offenbar das enorm hohe Innovationstempo halten. Sie waren schneller, aber das hatte seinen Preis.

Bei PV-Heimspeichern ist es anders?

Beim Batteriesystem für unsere PV-Heimspeicher verfolgen wir eine andere Strategie: Entwicklungsgeschwindigkeit und Kosten, einfach alles muss sich der Sicherheit unterordnen. Als einer der wenigen Hersteller erfüllen wir beispielsweise die Anforderungen des Sicherheitsleitfadens für Li-Ionen-Hausspeicher. Diesen Grundsatz schätzen auch unsere Lieferanten sehr. Niemand möchte Komponenten in ein System liefern, das wegen Sicherheitsmängeln Schlagzeilen macht. Sich bei Herstellern von Qualitätskomponenten als Kunde zu qualifizieren, ist durchaus eine beachtliche Einstiegshürde für Unternehmen, die neu in den Markt eintreten wollen.

Aber der Markt für Heimspeicher steht doch auch unter enormen Druck? Nachdem sich auf dem PV-Markt hierzulande nicht mehr so viel tut, scheint das doch für viele Firmen der Lichtblick zu sein?

Ja, es gibt zeitlichen und finanziellen Druck. Den werden nicht sehr viele Unternehmen durchhalten und es werden nur wenige übrig bleiben, die über die erforderlichen finanziellen und Know-How-Reserven verfügen. Weil Solarwatt über diese Reserven verfügt, bin ich mir sicher, dass das Unternehmen zu den Gewinnern zählen wird.

Warum arbeiten die Batterien auf Basis der Li-Ionen-Technik in den Speichern von Solarwatt?

Weil diese Batterietechnik gleich mehrere vorteilhafte Eigenschaften in sich vereint: neben einer extrem hohen Effizienz eine sehr hohe Zyklenzahl und eine hohe Energiedichte. Wir haben die Batteriezellen sehr sorgfältig ausgesucht und am Ende ein koreanisches Unternehmen als Hersteller gewählt. Es kann sehr preiswert fertigen und das zu der hohen Qualität, die die Hersteller von Autos verlangen. Das ist sehr wichtig für uns.

»Für PV-Batterien nur Automotive-Qualität!«

Warum ist es wichtig, dass die Li-Ionen-Batterien auch in Autos zum Einsatz kommen?

Weil die Automobilindustrie sehr hohe Qualitätsstandards erreicht hat. Es war schon deshalb von Anfang an Teil unserer Strategie, vorrangig mit Zulieferern für die Automobilindustrie zusammen zu arbeiten. Es gibt aber noch einen zweiten Grund: Der Druck der Autohersteller zwingt die Zulieferer, extrem kostengünstig zu produzieren. Deshalb erreichen die Automobilzulieferer ein extrem gutes Verhältnis von Qualität zu Kosten, das wiederum unseren Kunden zugutekommt.  

Aber sie werden nicht begeistert sein, die Batterien in niedrigen Stückzahlen zu niedrigen Preisen an PV-Speicher-Hersteller zu verkaufen?

Alle Zulieferer, mit denen wir sprachen, waren sehr interessiert daran, mit einem Hersteller außerhalb der Auto-Branche ins Geschäft zu kommen. Natürlich sind Preise auch immer stückzahlabhängig. Trotzdem ergibt sich für beide Partner eine gute Position. Denn für uns liegen die auf den Energiedurchsatz normierten Preise immer noch deutlich unter denen, die Lieferanten verlangen, die nicht als Automobilzulieferer qualifiziert sind. Und dafür bekommen deren Abnehmer dann auch noch eine schlechtere Qualität.