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Umfrage: Der Markt für Ökostrom stagniert

Ökostrom ist für Energieversorger kein Wachstumsfeld mehr. Das ergab die »Ökostrom-Umfrage 2017« des Fachmagazins Energie&Management (E&M) bei den größten Ökostrom-Anbietern.

ÖKOSTROM-Umfrage 2017 Bildquelle: © Energie&Management

Der Reiz des Ökostroms als Kundenmagnet ist für die Energieversorger vorbei. Die vorhandenen Kunden bleiben, aber Wachstum gibt es in dem Segment nicht mehr, so das Ergebnis der »Ökostrom-Umfrage 2017« der E&M. »Ökostrom ist für viele der Regionalversorger und Stadtwerke überhaupt kein Wachstumsfeld«, resümiert Robert Werner, Geschäftsführer des Hamburg Instituts (HI), das für die E&M die Untersuchung betreut hat.    

Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen glaubt in diesem Jahr, dass die Kundenzahlen gleich bleiben, ein Viertel geht von sinkenden, ein Viertel von steigenden Kundenzahlen aus. Die für den Ökostromvertrieb optimistischen Unternehmen rechnen allerdings nur mit einem Kundenzuwachs von 2,4 Prozent.    

»Wachstum sieht anders aus«, kommentiert der HI-Geschäftsführer Werner die Zahlen, und glaubt auch, den Grund zu kennen: »In der Wahrnehmung der Bundesbürger als wichtiges politisches Handlungsfeld ist die Energiewende in den vergangenen zwei Jahren drastisch abgestürzt.« Als sozial belobigtes »Virtue Signaling« hat das persönliche Bekenntnis zur Energiewende offenbar ausgedient.    

Die meisten Haushalte versorgt nach der Umfrage das Unternehmen »Lichtblick« mit regenerativ erzeugtem Strom. Zu den nächst größeren Unternehmen zählen Eprimo, Entega, Lekker Energie und Naturstrom.    

Da jeder Stromanbieter derzeit den EEG-Anteil an der Stromerzeugung als »grüne Komponente« ausgeben kann, können einige Anbieter grüner auftreten, als eigentlich gerechtfertigt, monieren die befragten Unternehmen. Dürften nur echte Ökostromanbieter (100 % Regenerativ) die Stromkennzeichnung  verwenden, glauben 77 Prozent der Befragten, dass ihr Geschäft erfolgreicher verliefe.