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Siemens: HGÜ bringt Versorgungssicherheit

315 Mio. Euro: Soviel kosten die beiden Konverterstationen HGÜ-Verbindung zwischen Großbritannien und Frankreich, die Siemens bauen wird. Die HGÜ-Leitung erhöht die Stromübertragungskapazität um 50 Prozent.

HGÜ Bildquelle: © Siemens

Nach der Inbetriebnahme, die für Anfang 2020 geplant ist, wird ElecLink genug Strom übertragen, um jährlich mehr als 1,65 Millionen durchschnittliche Haushalte zu versorgen.

Die auf den Namen ElecLink getaufte Hochspannungsgleichstromübertragungsleitung (HGÜ) fördert den Energieaustausch und erhöht damit die Versorgungssicherheit für Stromkunden in ganz Europa.  ElecLink Limited, eine hundertprozentige Tochter von Groupe Eurotunnel SE, hat Siemens  den Auftrag zur Lieferung der HGÜ-Konverterstationen an den beiden Enden der HGÜ zwischen dem französischen und dem britischen Stromnetz erhalten. Die Verbindung »ElecLink« verbessert die Zuverlässigkeit der Stromversorgung in den beiden Ländern und fördert die Integration erneuerbarer Energiequellen in das Stromnetz.

Das Gleichstromkabel, das Prysmian liefert und Balfour Beatty verlegt, verläuft durch den Kanaltunnel. Während der Kabelverlegung wird der Tunnelverkehr nicht unterbrochen Kürzlich legte der britische Minister für Energie und Industrie, Jesse Norman, den Grundstein für die Konverterstation im britischen Folkestone und gab somit den Startschuss für die Bauarbeiten. Nach der Inbetriebnahme, die für Anfang 2020 geplant ist, wird ElecLink genug Strom übertragen, um jährlich mehr als 1,65 Millionen durchschnittliche Haushalte zu versorgen.

Die Lieferung wird ein 1.000-MW-Stromrichtersystem für eine Gleichspannung von ±320 kV umfassen. Die zwei Konverterstationen, eine in Peuplingues in Frankreich, die andere in Folkestone in Großbritannien, werden durch ein 51 km langes Gleichstromkabel miteinander verbunden. Im Rahmen des Vertrags übernimmt Siemens die Planung des Gesamtsystems sowie die Lieferung, die Montage und die Inbetriebsetzung aller Komponenten. Die HGÜ-Power-Module und HGÜ-Transformatoren werden in zwei Siemens-Werken in Nürnberg gefertigt.

Die HGÜ-Plus-Technik der beiden Stromrichterstationen basiert auf selbstgeführten Stromrichtern (VSC) in modularer Multilevel-Converter-Bauweise (MMC), die den Wechselstrom in Gleichstrom und den Gleichstrom in Wechselstrom auf der Gegenseite umwandeln. Im Gegensatz zur netzgeführten Stromrichtertechnik arbeitet das HGÜ-Plus-System mit abschaltbaren Leistungshalbleitern, so dass die Kommutierungsvorgänge im Stromrichter unabhängig von der Netzspannung ablaufen. Die sehr schnellen regelungs- und schutztechnischen Eingriffsmöglichkeiten der Stromrichter bewirken eine hohe Stabilität des Übertragungssystems, was vor allem Netzfehler und Störungen im Drehstromnetz vermindert. Dies erhöht die Versorgungssicherheit für Energieversorger und Stromkunden deutlich.

»Siemens hat bereits eine HGÜ-Verbindung in Betrieb genommen, die Großbritannien mit dem europäischen Festland verbindet. Wir realisieren nun mit NEMO und ElecLink zwei weitere Projekte und leistet damit einen  Beitrag zur Integration eines europäischen Stromnetzes«,  sagt Ralf Christian, CEO der Siemens-Division Energy Management.

ElecLink gehört zu den von der Europäischen Kommission ausgewiesenen Projekten von gemeinsamem Interesse, die zur Schaffung eines integrierten Energiemarktes in der Europäischen Union beitragen werden.

Weil erneuerbare Energien auch mit HGÜ-Übertragung volatil bleiben, bietet die Siemens-Division Energy Management mit SIESTORAGE [1] Stromspeicher, die helfen, die Netzstabilität zu verbessern, indem sie als Energieverbraucher und Energiequellen dienen können. Speicherlösungen, für Netz und Industrie zeigt Siemens auf der

Energy Storage Europe, 14.-16.3.2017, Halle 08B, Stand E01