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90 MW-Großspeicher: Technische Due Diligence für Großbatterien-Finanzierung

Der TÜV SÜD hat im Auftrag der IKB Deutsche Industrie Bank die Technische Due Diligence für die Projektfinanzierung von sechs netzstabilisierenden Großbatterie-Systemen der STEAG AG durchgeführt. Zusammengeschaltet verfügen die 6 Systeme über 90 MW Leistung.

TÜV Süd-Zentrale, Westendstraße 199, München Bildquelle: © TÜV Süd

Die TÜV Süd-Zentrale in der Westendstraße 199 in München

Die Technische Due Diligence von TÜV SÜD umfasste die Prüfung der technischen Machbarkeit, der vertraglichen Regelungen zwischen den Projektparteien, die Prüfung des Versicherungskonzepts sowie die Prüfung der Auswirkungen künftiger regulatorischer Änderungen bei den Netzwerkscodes.

»Durch unseren umfassenden Ansatz konnten wir der IKB Deutsche Industriebank AG eine belastungsfähige Entscheidungsgrundlage liefern«, sagt Gerhard Klein, Leiter der Abteilung Risk Management & Technical Due Diligence der TÜV SÜD Industrie Service GmbH.

TÜV SÜD hat umfangreiche Erfahrungen im Bereich von Due Diligence-Prüfungen. Im Rahmen einer Technischen Due Diligence ermitteln die Experten den Wert und die Zukunftsfähigkeit einer technischen Anlage oder eines Unternehmens.

Bis Anfang 2017 wurden an sechs deutschen Kraftwerksstandorten der STEAG in Herne, Lünen und Duisburg-Walsum (NRW), sowie in Bexbach, Fenne und Weiher (Saarland) Batteriesysteme auf Lithium-Ionen-Basis mit jeweils 15 Megawatt (MW) Leistung installiert und in Betrieb genommen.

Großbatterie-Systeme werden zunehmend für die Erbringung von Primär- und Sekundärregelleistung sowie die Minutenreserve eingesetzt, mit der die deutschen Übertragungsnetzbetreiber das Leistungsgleichgewicht zwischen Stromerzeugung und –nachfrage im Stromnetz aufrechterhalten. Die fluktuierenden erneuerbaren Energien machen korrigierende Eingriffe immer häufiger notwendig, entziehen stromnetzstabilisierenden konventionellen Kraftwerken aber die wirtschaftliche Grundlage. Somit werden Batteriespeicher für die Netzstabilisierung interessant.

Bei der Entwicklung der neuen Großbatterie-Systeme griff die STEAG auf Erfahrungen zurück, die mit dem Batterie-System LESSY im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsprojektes gewonnen wurden. Mit dem am Kraftwerk Völklingen-Fenne installierten LESSY-System wurde von Februar 2014 bis Ende Februar 2016 eine Großbatterie (1 MW Leistung) für die Primärregelleistung eingesetzt.