Anbieter von Labornetzteilen

Hoffen auf den Erfolg der Konjunkturprogramme

02. Juli 2020, 08:49 Uhr   |  Engelbert Hopf

Hoffen auf den Erfolg der Konjunkturprogramme
© ET System electronic

Roland Kosmowski, ET System electronic: »Sowohl bei den normalen DC-Quellen als auch bei den bidirektionalen DC-Quellen gehen die Kundenanforderungen in Richtung einer immer höheren Leistungsdichte.«

Regionale Lockdowns, Produktionsstillstände, gehemmte Entscheidungsprozesse durch Homeoffice – bei vielen Anbietern von Labornetzteilen hat die Corona-Krise deutliche Spuren hinterlassen.

Ungeachtet dessen profitieren die Labornetzteil-Spezialisten nach wie vor von den massiven Anstrengungen beim Thema Elektromobilität.

Für unser Unternehmen hatte die Corona-Krise bisher glücklicherweise keine nennenswerten Auswirkungen. Aktuell erwarten wir für 2020 eine insgesamt positive Entwicklung der Firma.« Mit dieser Antwort hebt sich Peter Bannert, Product & Sales Manager bei Heinzinger electronic, deutlich von den Antworten der Mehrzahl seiner Kollegen im Bereich Labornetzteile ab. Der Grund dafür könnte darin liegen, dass Heinzinger auf kundenspezifische Anwendungen im absoluten Hochspannungsbereich spezialisiert ist. Bannert kann auf jeden Fall aktuell keine Nachfragerückgänge bei den Schlüsselkunden seines Unternehmens feststellen.

Andere berichten bei dieser aktuellen Befragung führender Anbieter von Laborstromversorgungen durchaus von rückläufigen Bestelleingängen, wie etwa Roland Kosmowski, Vertriebsleiter bei ET System electronic, »aber das konnten wir kompensieren und mussten bis jetzt keine Kurzarbeit anmelden«. Von deutlichen Auftragsrückgängen spricht Matthias Fischer, Product Manager bei TDK-Lambda, bei Kunden aus dem Bereich Automotive. Für 2020 geht er für TDK-Lambda im Laborstromversorgungs-Bereich von einem Umsatzrückgang im höheren einstelligen Bereich aus.

Horrig_Wolfgang
© E-A

Wolfgang Horrig, EA Elektro-Automatik: »Eine erste Markterholung ist seit Juni sichtbar. Der Erholungsprozess wird sich wohl noch bis Oktober hinziehen. Eine neue Marktdynamik könnte sich möglicherweise im 2. Quartal 2021 entwickeln.«

Deutlicher bei seiner Einschätzung der Marktentwicklung der letzten Monate wird Wolfgang Horrig, zuständig für die globale Vertriebs- und Marketingleitung bei EA Elektro-Automatik: »Das Grundrauschen am Markt ist um mindestens 40 bis 50 Prozent abgesackt.« Er hebt aber auch hervor, »dass speziell im Bereich EV bislang kein Projekt abgesagt oder gar storniert wurde«.

Oliver Walter, CEO der Camtec, spricht von einer Kettenreaktion: »Einer fängt an, und die anderen reichen die Verschiebungen in der Kette durch.« Das Ergebnis ist für Walter in den letzten Wochen und Monaten »eine Verlangsamung, wie man sie aus den Nachkriegszeiten bisher nicht kennt«. Aber auch Walter weist darauf hin, »dass sich derzeit auch völlig neue Märkte kreieren, die zumindest einen Teil der Einbrüche im Automotive-Bereich kompensieren können«. Diese neuen Märkte, die sich da eröffneten, haben nach Einschätzung von Walter eine außergewöhnliche Dynamik »und versprechen außerordentliches Wachstumspotenzial in den kommenden Jahren«.

Walter_Oliver
© Markt&Technik

Oliver Walter, Camtec: »Derzeit kreieren sich völlig neue Märkte, die eine außergewöhnliche Dynamik aufweisen und ein außerordentliches Wachstumspotenzial in den kommenden Jahren versprechen.«

Ähnlich kritisch wie Walter beurteilt auch Robert Kerl, Geschäftsführer von CompuMess Elektronik, die Marktsituation der letzten Wochen. »Wir haben die erheblichen Lieferverzögerungen für Komponenten und Baugruppen aus Asien hier Ende des 1. Quartals dieses Jahres zu spüren bekommen, das führte dann im 2. Quartal dieses Jahres zu massiven Lieferverzögerungen bei den Laborstromversorgungen«, so Kerl. »Im 2. Quartal ist der Auftragseingang auf die schlechtesten Werte eingebrochen, die wir jemals in diesem Unternehmen hatten.« Aktuell liege der Auftragseingang bei 20 Prozent des durchschnittlichen Niveaus: »Alle Cash-bindenden Projekte wurden bei den Kunden ins 4. Quartal oder gar nach 2021 geschoben.«

Für 2021 geht Bannert von einer positiven Marktentwicklung aus: »Wir bedienen zukunftsorientierte Branchen und sehen bisher keinen Anlass, von einem Nachfragerückgang auszugehen.« Horrig registriert seit Juni bereits einen leichten Erholungsprozess in der Branche und bei den Kunden.

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