LoRa, Sigfox und NB-IoT für Smart Cities: Welche LPWAN-Strategie ist die richtige?

Hinter dem Schlagwort »Smart City« verbirgt sich der Anspruch, Städte effizienter, technisch fortschrittlicher, grüner und sozialer zu machen. LPWAN-Netze können das allein zwar nicht leisten, in Sachen Effizienz aber Einiges bewirken. Dabei spielt die Wahl des Netzwerkstandards eine wichtige Rolle.

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Der »LPN Base Server« von comtac für LoRa

Alle drei im deutschsprachigen Raum derzeit verfügbaren Low-­Power-Wide-Area-Netzwerk-Technologien (LPWAN) LoRa, Sigfox und NB-IoT eignen sich grundsätzlich als infrastrukturelle Grundlage für Smart-City-Applikationen, die auf dem IoT beruhen. LoRa, Sigfox und NB-IoT ermöglichen es, Straßenlaternen, Müllcontainer oder Parkuhren auf wirtschaftliche Weise zu vernetzen. Dazu stellen sie zwar vergleichsweise geringe, aber in vielen Fällen völlig ausreichende Bandbreiten zur Verfügung und zeichnen sich durch hohe Reichweite, geringen Energiebedarf und niedrige Einrichtungs- und Betriebskosten aus. Doch welche Technologie eignet sich für wen – und für welche Applikationen?

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Stefan Zimmermann, comtac: »Je mehr Applikationen man vom Start weg oder zumindest perspektivisch betreiben will, desto größer ist der Nutzen eines eigenen LoRa-Netzes – im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit und Flexibilität.«

LoRa, Sigfox oder NB-IoT, Eigenbetrieb ja oder nein? Mit solchen Fragen beschäftigen sich Unternehmen wie die schweizerische comtac AG, die als LPWAN-Spezialist und „Systemlieferant vom Sensor bis zur Cloud“ verschiedene Kommunen in der Schweiz und Deutschland zu ihren Kunden zählt und sowohl Hardware für die verschiedenen Standards als auch quasi fertige Software-Applikationen bietet. »Die wichtigste Unterscheidung betrifft nicht die technische Ebene, sondern die kommerzielle«, erläutert comtac-Geschäftsführer Stefan Zimmermann. »Soll man als Kommune ein eigenes Netz betreiben oder die Infrastruktur eines Netzbetreibers für die Smart-City-Vernetzung nutzen?«

In Deutschland (und großen Teilen der Welt) bietet das französische Unternehmen Sigfox sein proprietäres LPWAN an, das Kommunen nutzen können. Die Mobilfunkbetreiber stehen mit ihren NB-IoT-Netzen, die auf der vorhandenen Mobilfunk-Infrastruktur beruhen, in den Startlöchern. Die Telekom bewirbt ihr NB-IoT-Angebot explizit mit Smart-City-Anwendungen wie der Steuerung der Straßenbeleuchtung. Wer kein eigenes Netz aufbauen will, hat also die Wahl.

Allerdings lassen sich Netzbetreiber jeden Zugang zum Netz, den sogenannten Knoten, mit einer „Subscription Fee“ monatlich oder jährlich bezahlen – das ist ihr Geschäftsmodell. Die tatsächlichen Kosten variieren abhängig von der Datenmenge und von der Häufigkeit der Datenkommunikation zwischen den Knoten im Feld und der Cloud, in der die Applikationen laufen. Zum Kostenaspekt gesellt sich zudem der Aspekt der Abhängigkeit vom Netzbetreiber.