SYS TEC electronic AG: Der Feldbus: Auf dem Weg von der Feld- zur Leitebene

Fortsetzung des Artikels von Teil 3.

Übertragung an übergeordnete Systeme

Das Weitergeben der Daten an übergeordnete Leitsysteme wurde bereits angesprochen. Doch was heißt das? Bezogen auf die Automatisierungspyramide sind Feldbusse nur in den ersten beiden Ebenen angesiedelt. 

Für alle darüber liegenden Schichten wird der eigentliche Feldbus relativ uninteressant, da es ab diesem Punkt nun hauptsächlich um das Verwerten der Daten geht, unabhängig davon, welcher Feldbus verwendet wird. 

Diese Daten können dann weiteren System zur Verfügung gestellt werden, um diese weiter zu verarbeiten und auszuwerten, beispielsweise für Predictive Maintenance. Mit Predictive Maintenance gewinnt man über die Verbindung Feldbus - Steuerung - Leitebene aus den Maschinen Zustandsdaten um die Anlagen vorausschauend zu warten. Aber auch eine Verbindung mit SCADA-, MES- und ERP-Systemen oder einer Cloud sind denkbar. 

Bevor die Daten jedoch vom Feldbus weitergegeben werden können, müssen die entsprechenden Pakete erst von allen unnötigen Inhalten bereinigt und vereinheitlicht werden.  

Die über den Feldbus übertragenen Pakete werden typischerweise nicht in Rohform weitergegeben, sondern auf die relevanten Daten reduziert. Zu den nicht mehr benötigten Inhalten gehören beispielsweise die bereits angesprochenen busspezifische Kodierungen. Weitergeleitet werden diese Daten über Protokolle wie beispielsweise MQTT und OPC UA. MQTT z. B. benötigt nur einen Datenwert (Payload) sowie eine entsprechende Zugehörigkeit (Topic) und sendet beides in einem Bündel weiter. Dies lässt sich dann auch relativ einfach aufnehmen und weiterverwenden. 

Diese Aufgabe können die schon erwähnten Gateways nur teilweise bzw. unzureichend übernehmen, da hier nicht nur eine reine Übersetzung der Daten notwendig wird, sondern auch eine Aufbereitung, Vereinheitlichung und Erweiterung von Informationen.