Kühlung von Industrieprozessen: Dieser eChiller nutzt reines Wasser

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Pilotprojekt bei Gardena

Auch wenn die Kühlung in der Kunststoffverarbeitung maßgeblich über die Qualität des Endprodukts entscheidet, erhält diese im Normalfall wenig Aufmerksamkeit, solange die bestehende Kälteversorgung keine Probleme bereitet. Spätestens seit Inkrafttreten der verschärften europäischen F-Gase-Verordnung hat sich das jedoch geändert. Diese Verordnung sieht vor, das CO2-Äquivalent der am EU-Markt verfügbaren teilfluorierten Kohlenwasserstoffe (HFKW) in einem sogenannten „Phase-down“ bis zum Jahre 2030 stufenweise um bis zu 80 Prozent zu reduzieren.

Die Gardena Manufacturing GmbH aus Ulm, Hersteller von Spritzgusskomponenten für die Gartentechnik, hat sich frühzeitig mit der Thematik der F-Gase-Verordnung auseinandergesetzt. Wei die Kühlung von 100 Spritzgussmaschinen und einem Extruder äußerst energieintensiv ist, zielte der geplante Umstieg auf ein neues Kältemittel jedoch nicht nur auf die Einhaltung der F-Gase-Verordnung ab, sondern auch auf die generelle Einsparung von Energie. So hat man die Kälteanlage eines Extruders zur Herstellung von Bewässerungsschläuchen, die mit dem Kältemittel R134 a arbeitete, im Rahmen eines Pilotprojekts durch eine Kältemaschine der eChiller-Modellreihe ersetzt.

Eine wichtige Systemkomponente im Hinblick auf die Betriebskosten ist die stufenlose Regelung. Durch die integrierte freie Kühlung werden Energieeinsparungen bis 80 Prozent gegenüber der konventionellen Kälteerzeugung erzielt und die Investitionskosten reduziert, da kein separater Freikühler integriert werden muss. Zusätzlich wird die eChiller-Installation derzeit vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle in Eschborn (BAFA) finanziell gefördert.

Seit Inbetriebnahme ist der eChiller bei Gardena Manufacturing im Dauerbetrieb. Dabei konnte für das erste Betriebsjahr über das eChiller-Monitoring eine Jahresarbeitszahl für Kälte von über 16 ermittelt werden. Diese Zahl drückt aus, wie viele kWh elektrische Antriebsenergie in einem Jahr verbraucht wird, um für die Anwendung erforderliche Kälteenergie bereitzustellen. Da die Produktion des Extruders ausgelastet ist, denkt man bei Gardena derzeit über eine Erweiterung nach, bei der man wieder auf die eChiller-Technologie setzen will.