IIoT-Kommunikationstechnik OPC UA: Companion Specification für die Robotik

Industrieroboter müssen untereinander kommunizieren können – und zwar herstellerunabhängig. Der VDMA-Fachverband Robotik+Automation hat daher jetzt den Part 1 der OPC UA Robotics Companion Specification freigegeben, die ein branchenspezifisches OPC-UA-Informationsmodell für die Robotik definiert.

Der OPC-Robotics-Demonstrator Bildquelle: © VDMA

Der OPC-Robotics-Demonstrator

»Mit dem nun verfügbaren Part 1 der OPC UA Robotics Companion Specification haben wir den Grundstein gelegt, um Roboter nahtlos ins Industrial IoT zu integrieren«, erläutert Bernd Fiebiger, R&D Principal Developer bei Kuka und Mitglied der Kernarbeitsgruppe, die den Großteil der OPC Robotics Companion Specification Part 1 entwickelt hat. »Eine intensive Zusammenarbeit der Roboter- und Steuerungs-Hersteller hat dies ermöglicht. Weitere Parts werden folgen, um immer mehr Anwendungsfälle abzudecken.«

Part 1 der OPC UA Robotics Companion Specification befasst sich hauptsächlich mit den beiden wichtigen Anwendungsfällen „Asset Management“ und „Condition Monitoring“. Das OPC-Robotics-Informationsmodell ermöglicht einen herstellerunabhängigen Zugriff auf Asset-Informationen von Robotersystemen und deren Komponenten. Es gestattet auch einen Vergleich der Zustände und Parameter über viele installierte Systeme hinweg, der die Identifizierung von Anomalien ermöglicht. OPC Robotics steht für ein komplettes Motion-Device-System, das eine Liste von Motion-Devices (Kinematiken) umfasst. Motion-Devices können jeder bereits existierende Robotertyp oder auch ein fiktiver zukünftiger Robotertyp sein.

Ein Proof-of-Concept-Demonstrator wurde entwickelt, bei dem neun Hersteller Daten, die durch das OPC-Robotics-Informationsmodell definiert sind, an ein Microsoft-Azure-Dashboard übermitteln (siehe Grafik).

An der Gesamtarbeitsgruppe waren rund 35 Unternehmen beteiligt, wobei 14 Unternehmen die Kernarbeitsgruppe für die Erstellung des OPC-Robotics-Informationsmodells bildeten. Die OPC UA Robotics Companion Specification Part 1 steht ab sofort auf den Websites von VDMA und OPC Foundation  zum Download bereit.

Aus Sicht der OPC Foundation kommentiert deren President und Geschäftsführer Stefan Hoppe die Tätigkeit der Arbeitsgruppe: »Wie alle OPC UA Companion Specifications markiert die Robotics Companion Specification einen willkommenen Schritt in Richtung Interoperabilität auf OPC-UA-Basis in Industrie 4.0 und IIoT. Die Zusammenarbeit verschiedener Gruppen wie etwa Robotik- und Steuerungs-Hersteller sowie Automobilendnutzer und Integratoren hat wesentlich dazu beigetragen, die Companion Specification für reale Anforderungen zu definieren.«