Floßähnliches Robotersystem

Autonome Schwimmplattform im Rettungseinsatz

TUK
Test auf dem Gelterswoog in Kaiserslautern: Das semi-autonome Floß soll Wasserwege erkunden sowie Hinderniskarten über und unter Wasser erstellen. Dabei kommen hochgenaue Sensoren zum Einsatz.
© TUK / Lutz Schowalter

Selbstfahrende Boote können bei Katastrophen sehr nützlich sein, zum Beispiel bei Überschwemmungen Menschen, Tiere, Nahrungsmittel oder Rettungsfahrzeuge transportieren. Die TU Kaiserslautern erforscht derzeit entsprechende Konzepte für Navigation, Lokalisation und Umfelderkennung.

Für Pkws und Lkws wird das autonome Fahren bereits intensiv untersucht. Darüber hinaus ist die Technologie auch für den Wassereinsatz vielversprechend. Daher hat ein Team vom Lehrstuhl Robotersysteme an der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) ein Experiment auf dem Gelterswoog in Kaiserslautern Hohenecken durchgeführt. Das dafür gebaute autonome Floß erkundete dabei Wasserwege, um Hinderniskarten über und unter Wasser zu erstellen.

Hierfür kommen hochgenaue Sensoren zum Einsatz, die in Zusammenarbeit mit Computern und Software den Einsatz autonomer Boote in realen Situationen ermöglichen sollen. »Beim autonomen Fahren auf dem Wasser haben wir einige besondere Herausforderungen: Wir müssen die Umgebung über und unter dem Wasser erfassen und zum Beispiel berücksichtigen, dass Bremswege im Wasser sehr lang sein können«, erläutert Dennis Meckel vom Lehrstuhl Robotersysteme.

Die Forschungsarbeiten der TUK sind eingebettet in das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderte DIVERS-Projekt »Entwicklung eines verbesserten, multifunktionalen Ponton Boot – PoBo«, in dem es um die Entwicklung eines rekonfigurierbaren Pontonboots für Rettungsmissionen sowie ein autonomes Wasserfahrzeug zur Kartierung geht.

Der Lehrstuhl Robotersysteme der TUK kooperiert in diesem Forschungsprojekt mit dem Kaiserslauterer Unternehmen General Dynamics European Land Systems-Bridge Systems, der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW), dem Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme (Duisburg), Szenaris Bremen sowie mit den Feuerwehren der Städte Wesel und Kiel.

Die Offene Digitalisierungsallianz Pfalz unterstützt die Forschenden der TU Kaiserslautern dabei, ihre Erkenntnisse für Anwender und die breite Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Für November ist eine große Abschlusspräsentation im Hamburger Hafen für Politik und Wirtschaft geplant. Dabei soll die Leistungsfähigkeit des rekonfigurierbaren Pontonboots und des Kartierungsfahrzeugs vor Ort demonstriert werden.

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