Konjunkturdaten der Automatisierung

Deutlicher Umsatzrückgang im Corona-Jahr

26. November 2020, 21:31 Uhr   |  Andreas Knoll

Deutlicher Umsatzrückgang im Corona-Jahr
© ZVEI

Deutsche Exporte Automation von Januar bis September 2020.

Die Umsätze der Automatisierungs-Branche in Deutschland sind im Corona-Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um etwa 10 Prozent gesunken. Dies gaben die beiden Verbände VDMA und ZVEI bekannt. Für 2021 erwarten sie eine spürbare Erholung.

Nach den ersten neun Monaten des Jahres 2020 beträgt der in Deutschland gemeldete Umsatz der Automatisierungsbranche laut Daten des ZVEI 34,5 Milliarden Euro. Das entspricht einem Minus von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit setzen sich die Verluste im zweiten Jahr in Folge fort. Als erfreulich wertet der Verband, dass sich der globale Automatisierungsmarkt erholt und die Rückgänge mit minus drei Prozent deutlich geringer ausfallen werden als erwartet.

»Auch wenn die aktuelle konjunkturelle Lage nur schwierig einzuschätzen ist und die Unsicherheit Pandemie-bedingt hoch bleibt, rechnen wir für das nächste Jahr mit einer deutlichen Erholung«, erläuterte Roland Bent, Vorstand des Fachverbands Automation. »Zumal die langfristigen Entwicklungstrends, besonders die Anforderungen an einen wirkungsvollen Klimaschutz und die voranschreitende Digitalisierung, für die Automatisierung nach wie vor intakt sind.«

Der Fachverbands-Vorstand betont darüber hinaus, dass die Automatisierung gerade in der Corona Krise ihre Stärken ausspielt und einen wichtigen Beitrag zur Fortsetzung der Produktion geleistet habe. »Es zeigt sich, dass ein hoher Automatisierungsgrad durch Steuerungen, Sensorik, Aktorik hilft, die Produktion auch unter Wahrung der Corona-Sicherheitsregeln aufrechtzuerhalten.«

Den wichtigen Beitrag der Automatisierung zum Klimaschutz zeigt das Beispiel CO2-neutrale Fabrik durch Gleichstromnetze. 70 Prozent des in der Industrie anfallenden Stromverbrauchs entfallen auf Elektromotoren, die damit der größte Verbraucher elektrischer Energie sind. »Ein gleichstrombasiertes Smart Grid in der industriellen Produktion ist deutlich energieeffizienter als eine wechselstrombasierte Energieversorgung«, sagt Gunther Koschnick, Geschäftsführer des Fachverbands Automation. »In Modellanlagen konnten wir nachweisen, dass die Energieverbräuche im Durchschnitt bis zu zehn Prozent gesenkt werden können.« Hinzu kämen auch Materialeinsparungen.

Seite 1 von 3

1. Deutlicher Umsatzrückgang im Corona-Jahr
2. Hohe Nachfrage nach industriellen 5G-Campusnetzen
3. Neue VDMA-Arbeitsgemeinschaft »Wireless Communications for Machines«

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Maschinen profitabel für Industrie 4.0 umrüsten
Erster industrieller 5G-Router
Corona treibt Digitalisierung voran – aber...
Vielseitige 5G-Antennen
Ein 5G-Navi-System für Drohnen
Neue Basis für Edge-Geräte und -Apps

Verwandte Artikel

VDMA Verband Deutscher Maschinen- u. Anlagenbau e.V., ZVEI Zentralverband Elektrotechnik und Elektronikindustrie e.V.