Automatica-Trendindex

Roboter sollen demografischen Wandel ausgleichen

06. Februar 2020, 16:24 Uhr   |  Andreas Knoll

Roboter sollen demografischen Wandel ausgleichen
© Andreas Knoll / elektroniknet.de

Der Leichtbauroboter LBR iiwa von Kuka in der Display-Fertigung

Im Jahr 2040 werden dem deutschen Arbeitsmarkt laut IGZA (Institut für die Geschichte und Zukunft der Arbeit) wegen des demografischen Wandels gegenüber heute 10 Millionen Menschen fehlen. Um die Folgen auszugleichen, setzen bereits 77 Prozent der Industrieentscheider auf »Kollege« Roboter.

Neben Konzernen betrifft diese Entwicklung zunehmend auch kleinere Unternehmen: Laut Prognose halten 84 Prozent einen stark verbreiteten Einsatz von Robotertechnik in mittelständischen Betrieben nicht für eine Frage des »Ob«, sondern des »Wann«. Dies sind Ergebnisse des Automatica-Trendindex 2020, für den ein Marktforschungsinstitut im Auftrag der Messe Automatica insgesamt 100 Fach- und Führungskräfte in Deutschland befragte, die in Industrieunternehmen über Robotik und Automatisierung entscheiden.

Rund ein Viertel aller Erwerbstätigen arbeiten derzeit laut Statistischem Bundesamt in der Industrie – das sind etwa 11 Millionen Menschen. Gleichzeitig sind in diesem Sektor aktuell insgesamt rund 216.000 Industrieroboter im Einsatz. Damit rangiert Deutschland weltweit auf Rang fünf – so die jüngsten Zahlen der International Federation of Robotics. Was die Roboterdichte betrifft, kommen in der Automobilindustrie rund 1270 Einheiten auf 10.000 Arbeitnehmer und im produzierenden Gewerbe rund 340.

»Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der sich verändernden Arbeitswelt leisten Robotik und Automatisierung einen sehr wichtigen Beitrag, um die weltweite Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und Menschen länger in Beschäftigung zu halten«, erläutert Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbands Robotik+Automation. »Roboter sind ganz ausgezeichnet darin, einzelne Aufgaben zu übernehmen. So werden die Arbeitnehmer im Team mit dem Roboter beispielsweise von gefährlichen, ungesunden und eintönigen Aufgaben entlastet. Gleichzeitig lässt sich mit der Geschwindigkeit und Präzision von Robotern die Produktivität erheblich steigern.« Laut Umfrage bestätigen 77 Prozent der Industrieentscheider, dass Roboter schon heute eine Schlüsselrolle spielen, um auf den Mangel von Arbeitskräften zu reagieren und die Automatisierung voranzutreiben.

Zu den wichtigsten Gründen, in Zukunft mit Robotern zu produzieren, gehören nach Meinung von rund 80 Prozent der Experten in den Industriefirmen, den Menschen schwere Lasten und monotone Arbeiten abzunehmen sowie gefährliche Werkstoffe zu handhaben. 81 Prozent berichten zugleich, dass die Programmierung von Robotern tendenziell einfacher geworden sei und dies den Weg für den Einsatz in mittelständischen Betrieben ebne.

»Wie Robotik und Automatisierung dazu beitragen, dass die Industrie wettbewerbsfähig bleibt, zeigt vom 16. bis 19. Juni die Automatica in München«, sagt Falk Senger, Geschäftsführer der Messe München. »Die Messe gibt einen Überblick über alle relevanten Lösungen und Produkte zur Steigerung der automatisierten Produktion und vereint darüber hinaus alle zukunftsweisenden Schlüsseltechnologien unter einem Dach.«

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