GreenPocket: Energie-Management für kleine und mittelgroße Unternehmen

Energie-Management war bisher den großen Firmen vorbehalten. Wie GreenPocket mit modularer und skalierbarer Software das Energie-Monitoring auch kleinen und mittleren Unternehmen erschließen will, erklärt CEO Dr. Thomas Goette im Interview mit Energie & Technik.

Dr. Thomas Goette, GreenPocket Bildquelle: © GreenPocket

Dr. Thomas Goette, GreenPocket: »Energieeffizienz ist ein kontinuierlicher Prozess und das bedeutet auch, dass die Energie-Management-Software kontinuierlich fortentwickelt werden muss. Nur wer sich auf die Software konzentriert, kann das leisten.«

Energie & Technik: GreenPocket [1] entwickelt jetzt Energie-Management- und Monitoring-Software für Gewerbekunden.  Bisher trifft man solche Lösungen vor allem bei großen Unternehmen an. Warum konzentrieren Sie sich neuerdings auf kleine und mittlere Unternehmen?

Dr. Thomas Goette: Das ist selbstverständlich ein ganz anderer Markt als das Projektgeschäft für große Firmen. Im Rahmen der großen Projekte wird die Software auf die speziellen Anforderungen und die Wünsche des jeweiligen Kunden individuell zugeschnitten. Großunternehmen können sich relativ hohe Einstiegskosten leisten, die sich wegen des großen Einsparpotenzials schnell auszahlen. Wer 200.000 Euro Energiekosten einsparen kann, für den lohnt es sich, 20.000 Euro in ein Monitoring-Projekt zu stecken. In diesem Markt ist der Durchdringungsgrad inzwischen schon relativ hoch. Aber es gibt auch sehr energieintensive kleine und mittelgroße Unternehmen – vom Kunststoffhersteller bis zum Bäcker. Hier sehen wir eine interessante Zielgruppe.

Lohnt sich der Aufwand für kleine und mittlere Unternehmen?

Auf jeden Fall. Denn erstens können auch diese Betriebe einen beachtlichen Anteil der Energiekosten sparen, zweitens sind sie interessiert, entsprechend zertifiziert zu werden, um in den Genuss von Steuererleichterungen zu kommen, die der Gesetzgeber vorsieht. Bestimmte Maßnahmen wird der Gesetzgeber auch zwingend vorschreiben. Es ist also durchaus gerechtfertigt, dass sich kleinere und mittlere Unternehmen mit dem Thema beschäftigen. Allerdings wäre es zu teuer, für jedes einzelne kleine Unternehmen eine komplett individuell zugeschnittene Software zu entwickeln.

Aber es gibt ja die unterschiedlichsten Betriebe aus ganz verschiedenen Branchen mit ganz unterschiedlichen Anforderungen. Eine Standard-Software dürfte dafür auch nicht in Frage kommen?

Wir sind dabei, ein modulares System zu entwickeln, das sich individuell zusammenstellen lässt. So können auch kleinere Unternehmen Transparenz in ihren Verbrauch und ihre Kosten bringen und darüber hinaus Maßkennzahlen aus ihrer Branche erhalten. Die Software ist so intelligent ausgelegt, dass sie sich an unterschiedliche Branchen anpassen lässt. Unser System erlaubt es dann, dass sich beispielsweise eine Bäckerei an Branchen-Benchmarks messen kann. Weil das System modular aufgebaut ist, kann es mit dem Betrieb mitwachsen: Schafft sich das Unternehmen etwa neue Öfen eines bisher nicht benutzten Typs an, dann können wir die entsprechenden Software-Module liefern, um die neuen Geräte in das System einzubinden.

Wer zunächst einmal die Energiefresser in der Produktion identifiziert und dann entsprechende Maßnahmen durchführt, kann auch schon eine Menge einsparen. Warum dann noch ein teureres Monitoring-System installieren?

Das machen zurzeit natürlich viele Unternehmen: Salopp gesagt gehen sie mit der Messzange durch die Produktion, um Möglichkeiten zur Energieeinsparung zu identifizieren. Das kann zunächst auch funktionieren. Aber es handelt sich dabei um einen Einmal-Effekt. Wer wirklich Effizienz in seine Produktion bringen will, der muss sie kontinuierlich überwachen. Energieeffizienz ist ein Prozess! Aber selbstverständlich müssen die Kosten dafür insgesamt in einem vernünftigen Verhältnis zu den Energiekosten stehen. Mit modularer, skalierbarer Software funktioniert das sehr gut und die Kosten für das System amortisieren sich schnell.