Siemens: Digitales Energiedaten-Management im Smart Building

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Integration der Messwerte in die Cloud

Energie-Monitoring-Systeme schaffen die technische Basis für Energiedaten-Transparenz und eine entsprechende Verbrauchseffizienz. Bildquelle: © Siemens AG

Energie-Monitoring-Systeme schaffen die technische Basis für Energiedaten-Transparenz und eine entsprechende Verbrauchseffizienz.

Ein nächster Schritt im Energiedaten-Management ist die Integration der Messwerte in IoT-Systeme auf Cloud-Basis. Denn gerade auch in der Elektro- und Gebäudetechnik bietet die systematische Nutzung von IoT-Plattformen charakteristische Vorteile: Der Aufwand für eine eigene IT-Infrastruktur für das technische Gebäude-Management ist deutlich reduzierbar. Zudem lässt sich ein enormes Datenvolumen speichern und verarbeiten, das ortsunabhängig für umfangreiche Analysen zur Verfügung steht. Die offene IoT-Plattform MindSphere von Siemens etwa macht es möglich, große Datenmengen von unterschiedlichen Geräten und Anlagen im Gebäude zu verarbeiten, auszuwerten und miteinander zu vergleichen. Die Potenziale sind groß: deutlich geringere Ausfallzeiten und eine nochmals erhöhte Energieeffizienz sind nur zwei Beispiele. Schaltanlagenbauer, Elektroinstallateure und Elektrogroßhändler bekommen dabei zudem die Chance, ihren Kunden auf Basis von MindSphere neue Service-Leistungen anzubieten. Was nach Zukunftsmusik klingt, ist längst keine mehr: Die Einbindung von Energiedaten in digitale Cloud-Umgebungen ist schon jetzt ein wichtiger Baustein im digitalen Gebäude.

Energiedaten-Management auf Cloud-Basis in der Praxis

Ein aktuelles Praxisbeispiel dafür ist das Einkaufszentrum im finnischen Sello: Über eine gezielte, IoT-basierte Auswertung von Verbrauchsdaten aus Energie, Heizung, Lüftung und Klimatisierung sowie aktuellen Daten von Luftqualität- und Temperatursensoren in Kombination mit prognostizierten Auslastungszahlen und Wettervorhersagen identifizierte Siemens Verbesserungspotenziale für den Betrieb des Einkaufszentrums. Es entstand ein umfassendes Optimierungsprogramm für das Gebäudesystem mit Fokus auf Energieverbrauch und Luftqualität. Konkret heißt das: 50 Prozent weniger Energieverbrauch und weniger Fernwärmebedarf, 20 Prozent geringere CO2-Emissionen sowie Einsparungen von über 100.000 Euro pro Jahr.

Und auch der Elektrogroßhändler Rexel setzte bei der Einführung eines Energie-Managements gemäß ISO 50001 im österreichischen Zentrallager auf die Anbindung des Sentron-Energie-Monitoring-Systems an MindSphere. Dafür entwickelten Rexel und Siemens eine spezifische MindSphere-Applikation. Das Einsparpotenzial liegt jährlich bei 150.000 kWh elektrischer Energie und 60 Tonnen CO2. Zudem nutzt Rexel MindSphere künftig als Basis für die Entwicklung neuer Kunden-Services.