Sensorlizenzierung und -monetarisierung: Intellectual-Property-Schutz für Sensoren

Zunehmend mehr Intelligenz wandert in die Sensoren, und die muss durch Lizensierung geschützt werden. Gemalto zeigt auf der embedded world mit „Sentinel Fit“ dazu das nach Herstellerangaben weltweit kleinste Lizenzierungs-System für Mikrocontroller.

Sentinel Fit bietet einen modularen Baukasten für das Management von Lizenzen und Berechtigungen, um so das Intellectual-Property auch von Ressourcen-beschränkten Geräten wie Sensoren zu schützen. Bildquelle: © Gemalto

Sentinel Fit bietet einen modularen Baukasten für das Management von Lizenzen und Berechtigungen, um so das Intellectual-Property auch von Ressourcen-beschränkten Geräten wie Sensoren zu schützen.

Die meisten der Milliarden Devices des Internets der Dinge sind smarte Sensoren und Aktoren. Beispielsweise senden sie dem Weinbauern Daten über Dünge- und Feuchtigkeitsgrade, mitunter einer jeden Rebe. Sie sagen dem Autofahrer, wo noch ein Parkplatz am Straßenrand frei ist. Sie schalten Straßenlaternen aus, wenn kein Mensch auf der Straße ist, oder sie werden an und in Geräten, Maschinen und Anlagen aller Art angebracht, um Zustandsdaten an Betreiber-Clouds zu senden. Hierfür ist immer eine gewisse Intelligenz vor Ort erforderlich. Zum einen zur Auswertung und Aufbereitung der Messdaten. Zum anderen zur – mitunter verschlüsselten – Kommunikation über unterschiedlichste Kommunikationsstandards.

Ein weiteres Beispiel sind Helligkeitssensoren: Sie messen Helligkeit über Fotozellen und wandeln deren Daten in digitale Signale um. Werden die Daten direkt im smarten Sensor analysiert und lassen sich Schwellenwerte definieren, ist bereits die erste Intelligenz implementiert. Kann der Sensor diese Daten über Funkschnittstellen an IoT-Gateways senden, wird er noch intelligenter, denn er muss die Daten in Kommunikations-Layer packen und die gesamte Kommunikation abwickeln.

Kann der smarte Sensor zudem auch Daten von anderen Sensoren empfangen – um beispielsweise aus einer Summe von drei Sensordaten die Entscheidung zu fällen, ob ein Schwellenwert weitergegeben wird –, wird er noch intelligenter. Und wenn er dann auch noch einen Aktor integriert hat, der das Licht an oder ausschaltet, ist ein dezentraler Sensor-Aktor-Knoten spätestens so intelligent, dass er hinreichend viele Zeilen von Code beinhaltet, die als Intellectual Property (IP) schützenswert sind. Gleiches gilt natürlich analog auch für Kommunikationsmodule, die weniger intelligente Sensoren und Aktuatoren modular anbinden.

Ein solcher Schutz ist zwingend erforderlich, denn je mehr IP in einem solchen smarten Sensor steckt, desto mehr interessieren sich Hacker und Plagiatoren dafür, Zugriff auf diese Device-IP zu bekommen. Sie können den Code für eigene Graukopien stehlen oder für Sabotage-Attacken manipulieren. Steckt dann ein Aufzug fest oder bleibt eine Heizung kalt, ist das zwar noch vergleichsweise trivial – aber alleine schon der Einbruch durch Manipulation der Hauselektronik sollte wirkungsvoll vermieden werden können.

Der Schutz der IP durch Lizensierung ist aber nicht nur Sicherheitsmaßnahme. Er eröffnet zusätzlich auch alle Möglichkeiten, die sich aus dem flexiblen Management von Lizenzen ergeben. So können Anbieter beispielsweise Plattformstrategien mit einer standardisierten Hardware entwickeln und die Produktportfolio-Varianten einzig über Softwarekonfigurationen bilden. Damit können sie eine höhere Economies-of-Scale erzielen, die neue Spielräume zur Preis- und Ertragsgestaltung bieten. Zudem können sie Lizenzen auch für Laufzeiten anbieten oder auch Pay-per-Use und funktionsbasierte Lizenzierungen betreiben.

Eine flexible Lizenzpolitik für die Sensoren und Aktuatoren des Internets der Dinge kann also auch komplett neue Geschäftsmodelle ermöglichen, beispielsweise ein Helligkeitssensor, der entweder im Haushalt eingesetzt wird und die Jalousie steuert, je nach Uhrzeit und damit Lichteinfallwinkel. Hierfür ist eine ganz andere Logik vonnöten als bei Laternensensoren, die bei Mondschein die Straßenlaternen dimmen sollen, um Strom zu sparen. Beides sind aber smarte Sensoren, die lediglich durch einen anderen Algorithmus die applikationsspezifische Funktion erlangen können.