Test-Teilnehmer gesucht: »Big Data« der Maschinen verständlich visualisieren

Moderne Maschinen produzieren in Rohform kaum verwertbare Datenmengen. Das Fraunhofer IPA entwickelt ein interaktives IT-Tool, das daraus kontextbezogen leicht verständliche Parameter wie Temperatur, Füllstand, Wartungszyklen u.a. aufbereitet. Das Institut sucht noch Teilnehmer für die Testphase.

IPA Bildquelle: © Quelle: Fraunhofer IPA, Foto: Rainer Bez

Maschinensteuerungsdaten verknüpft »InsideOut« mit dem CAD-Modell der Maschine zu einem Live-Bild, mit dem der Nutzer interagieren kann.

Jonas Gutjahr, Wissenschaftler am Fraunhofer IPA, erklärt zu den Maschinendaten: »Die meisten Firmen lesen sie gar nicht erst aus. Falls doch, landen sie meistens in Excel-Listen oder auf einem Server im Keller«. Dabei könnten sie frühzeitig auf Fehler hinweisen oder Hinweise zur Steigerung der Anlageneffektivität geben. Doch die Protokolle der Maschinensteuerung sind für Nicht-Experten zu komplex. Gutjahr: »Ein Nicht-Steuerungstechniker erkennt zum Beispiel gar nicht, auf welche Maschinenkomponente sich die Daten beziehen«.

»InsideOut« heißt das Tool des IPA, das die Maschinendaten kontextbezogen visualisiert. Ein Konnektor liest die Daten der Maschinensteuerung aus und stellt sie in der Cloud zur Verfügung. Anschließend verknüpft das System die Steuerungsdaten mit einem CAD-Modell. Nutzer sehen ein animiertes Maschinenmodell, das sich echtzeitnah bewegt. Der Nutzer kann mit der Anwendung interagieren und Zusatzinformationen abrufen.

»Bei einem 3D-Drucker kann man zum Beispiel auf das Heitzbett klicken und sich die Temperatur anzeigen lassen. Das gleiche gilt für den Füllstand oder die Koordinaten des Druckkopfs«, sagt Gutjahr. So können auch Mitarbeiter ohne steuerungstechnische Kenntnisse komplexe Maschinendaten interpretieren.  

Visualisiert wird das virtuelle Maschinenmodell auf einem beliebigen Endgerät wie einem Touchmonitor oder einem Smartphone. Derzeit arbeiten die Wissenschaftler daran, die Anwendung an die Augmented-Reality-Brille »HoloLens« von Microsoft anzubinden. »Dann kann der Träger auf die reale Maschine klicken und sich die Daten im Sichtfeld anzeigen lassen«, erklärt Gutjahr. »Einem Instandhalter werden Fehlermeldungen angezeigt, einem Geschäftsführer Produktivitätskennzahlen und einem Maschinenbauer die Bedienungsanleitungen«, so Gutjahr.

Derzeit sucht das IPA noch Partner, die die Anwendung im eigenen Unternehmen testen und weiterentwickeln wollen. Interessierte können das Tool im Applikationszentrum Industrie 4.0 oder der ARENA2036 ansässigen Future Work Lab live erleben. Als fachlicher Ansprechpartner steht  Jonas Gutjahr (Telefon +49-711-9703610) zur Verfügung.