SuperMUC-NG: Startschuss für Deutschlands schnellsten Supercomputer

Am Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ging der neue Höchstleistungsrechners SuperMUC-NG in Betrieb. SuperMUC-NG ist der schnellste Computer Deutschlands und einer der schnellsten der Welt.

. Bildquelle: © Ernst Graf

Der Rechner folgt als „Next Generation“ auf Super-MUC, der 2012 in Betrieb genommen und 2015 erweitert wurde. Er eröffnet neue Möglichkeiten für die Wissenschaft und ebnet den Weg für die Entwicklung eines Quantencomputers. “Schon ab 2019 werden wir am LRZ eine Forschungsgruppe Future Computing einrichten. Damit schaffen wir eine wichtige Grundlage für den Erfolg kommender Generationen“, so Bayerns Ministerpräsident Söder bei der feierlichen Inbetriebnahme des SuperMUC-NG.

SuperMUC-NG ist mit einer Spitzenrechenleistung von 26,7 PFlop/s (das sind 26.700.000.000.000.000 Gleitkommaoperationen, also Floating Point Operations, pro Sekunde) der derzeit schnellste Rechner Deutschlands. Über 300.000 Rechenkerne mit 700 TByte Hauptspeicher und 70 PByte Plattenspeicher werden völlig neue Möglichkeiten für die numerische Simulation eröffnen und die Bewältigung der riesigen Datenmengen („Big Data“) ermöglichen, die in wachsendem Maße bei Ex-perimenten und Simulationen anfallen. Alle Forscher, die den Vorgänger SuperMUC in den letzten Jahren bis auf den letzten Prozessor ausnutzten, werden künftig ein sehr viel leistungsfähigeres Forschungsgerät zur Verfügung zu haben. Mit der Re-chenleistung von SuperMUC-NG ist es möglich, ein tieferes Verständnis der Ent-wicklung unseres Universums oder des Inneren der Erde zu entwickeln. Auch im medizinischen Bereich wird der Höchstleistungsrechner wertvolle Ergebnisse liefern können: Durch ihn sind genauere Simulationen des Blutflusses in Aneurysmen, der Luftströmung in der Lunge oder der Wirkung von Medikamenten machbar.

SuperMUC-NG wird, wie bereits SuperMUC, zu 100 % mit erneuerbaren Energien betrieben und mit warmem Wasser gekühlt. Die Abwärme des Systems wird zur Gebäudeheizung und zur Kälteerzeugung mittels Adsorptionskältemaschinen ver-wendet. Das LRZ ist weltweit führend im energieeffizienten Betrieb von Supercomputern und wurde mehrfach dafür ausgezeichnet.

Wie sein Vorgänger wird SuperMUC-NG gemeinsam von Freistaat Bayern und Bund über das Gauss Centre for Supercomputing (GCS) finanziert. „Wir werden mit SuperMUC-NG erneut die nach heutigem Stand der Technik bestmögliche Rechenleis-tung für die Wissenschaft in Bayern, Deutschland und Europa zur Verfügung stellen,“ betont Prof. Dr. Dieter Kranzlmüller, Vorsitzender des Direktoriums des LRZ.