Künstliche Intelligenz braucht Offenheit: KI entwickelt sich weiter – und was ist mit der Ethik?

Fortsetzung des Artikels von Teil 3.

Ein starkes Werkzeug braucht Sicherheitsschalter

KI und Mensch Bildquelle: © istock (c) peshkov

KI und Mensch

Wie mächtig die KI heutzutage schon ist und in Zukunft erst noch werden wird, können momentan selbst Experten kaum einschätzen. Klar ist, dass sie ein starkes Werkzeug in der Hand von Staat und Unternehmen, aber auch künftig von Nicht-Regierungsorganisationen und der Zivilgesellschaft ist und nicht zuletzt in der Hand von Kriminellen sein kann. Wie früher bei der Dampfmaschine können verheerende Unfälle passieren, wenn zu viel Druck auf dem Kessel ist. Erst die regelmäßige Überprüfung durch unabhängige Fachkräfte etwa von TÜV Rheinland, dem früheren Dampfkesselüberwachungsverein DÜV, in diesem Falle von Sachverständigen, hat dazu geführt, dass technische Großanlagen, Fahrzeuge und Aufzüge bis hin zu Kraftwerken zu sicheren Einrichtungen wurden. Bei der KI mag der Vergleich mit einem Atomkraftwerk vielleicht verwegen klingen. Aber ohne Überwachung durch unabhängige Dritte und lebenslange Weiterqualifizierung der menschlichen Fachkräfte wird es kaum gehen. Eine fehlgeleitete KI könnte verheerende Wirkung entfalten, wie das Beispiel Facebook 2017 zeigte. Am Ende sollte es nicht so kommen wie in Goethes Zauberlehrling: »Ach, da kommt der Meister! Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los.«

Markus Dohm ist seit 2015 Leiter des Geschäftsbereichs Academy & Life Care bei TÜV Rheinland. Er verantwortet das globale Dienstleistungsangebot von TÜV Rheinland auf dem Gebiet des Gesundheits-Managements, der Arbeitssicherheit und der Qualifizierung von Fach- und Führungskräften.