Campus-Netze und Partnerschaften für 5G: Deutsche Telekom positioniert sich für 5G in der Industrie

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Industrie-Partner für Smart Production

Jeder Partner bringt sein spezifisches Know-how zum Thema Industrie 4.0 mit ein. Bereits im Juli ist die EK Automation GmbH zu den Telekom-Partnern gestoßen. Sie stellt seit 1980 Fahrerlose Transportsysteme (FTS) her und hat Erfahrung in komplexen Kundenprojekten. Gemeinsam mit dem Telekom-Inkubator Hubraum stattete das Unternehmen im Sommer Transportroboter mit 3D-Kameras aus. Dazu fügten die Techniker erstmals eine 3D-Hinderniserkennung mit dynamischer Wegeplanung in der Edge-Cloud ein. Der Transportroboter sendet die Aufnahmen der 3D-Kameras fast in Echtzeit über das Telekom-5G-Netz zur Analyse in die Cloud. Damit konnte das Fahrzeug sofort im Fahrweg platzierten Hindernissen ausweichen.

»Der neue 5G-Mobilfunkstandard mit Übertragungsraten von mehr als 1 GBit/s eröffnet uns neue Möglichkeiten - wir können so beispielsweise eine große Zahl von Transportrobotern koordinieren«, erläutert Jan Drömer, CIO von EK Automation. »Wir werden den Einsatz Fahrerloser Transportsysteme für die effiziente Produktion gemeinsam vorantreiben.«

Als Hersteller optischer Systeme entwickelt Konica Minolta gemeinsam mit der Deutschen Telekom seine „AIRe Lens“ weiter. Die leichte Augmented-Reality-Brille hilft beispielsweise einem Monteur, Maschinen zusammenzubauen. Sie blendet eine Anleitung Schritt für Schritt im Display ein. Der Monteur behält die Hände frei. Außerdem kann er einem Experten an einem entfernten Standort die Lage zeigen. Dazu ist in die Brille eine Kamera integriert. In Zukunft soll die „AIRe Lens“ direkt über das 5G-Netz der Telekom Daten liefern.

»Im Zusammenspiel mit dem Netz der Telekom können wir unseren Kunden die „AIRe Lens“ als tragbare Augmented-Reality-Lösung bieten«, sagt Ikuo Nakagawa, Senior Executive Officer der Digital Workplace Business Unit von Konica Minolta. »Die Augmented-Reality-Brille hilft unseren Kunden, ihre Produktionsprozesse effizienter zu gestalten. Gleichzeitig steigert sie Geschwindigkeit und Qualität in der Fertigung.«

Der Mess- und Automatisierungstechnik-Hersteller Endress+Hauser will als eines der ersten Unternehmen seine Sensoren mit Mobilfunk-Modulen ausstatten. Zahlreiche Messgeräte können so dank 5G parallel und in Echtzeit eine große Menge von Prozess- und Geräte-Daten übertragen. Diese lassen sich beispielsweise in Cloud-Anwendungen für eine vorausschauende Wartung der Anlagen auswerten. »Unsere Instrumente erfassen schon lange neben den eigentlichen Messwerten eine Fülle von Informationen aus dem Prozess und über den Sensor; genutzt werden diese Daten aber bislang kaum«, sagt Matthias Altendorf, CEO der Endress+Hauser-Gruppe. »Die 5G-Campus-Netze öffnen einen zweiten, von der Steuerung der Anlage unabhängigen Signalweg. Wir können dadurch Wertschöpfungsketten über Grenzen von Unternehmen hinweg enger miteinander verflechten und industrielle Prozesse effizienter gestalten.«

Weitere Partner stehen bereits in den Startlöchern, um die Campus-Netze der Telekom noch vielseitiger zu machen. Mittelfristig will der Konzern auf die besonderen Bedürfnisse aller Branchen eingehen können.