Interview mit Jeff DeAngelis, Maxim: Mit Demoplattformen leichter zur Industrie-4.0-Steuerung

Auf dem Weg in Richtung Industrie 4.0 kommt es darauf an, die Steuerungen immer kompakter und flexibler zu gestalten und mehr Diagnosefunktionen direkt in die eingebauten ICs zu integrieren. Maxim Integrated bietet eine breite Palette entsprechender ICs und Demoplattformen an.

DeAngelis_Jeff Bildquelle: © Maxim

Jeff DeAngelis, Maxim: »Alle ICs des Unternehmens für die industrielle Automatisierung lassen sich für eine Verbesserung der ‚Intelligence at the Edge‘ nutzen.«

Frage: Mit welchen ICs und Referenzdesigns trägt Maxim zur „Intelligence at the Edge“ bei?

Jeff DeAngelis: Maxim bietet schon seit 2014 vollständige Chipsätze für die industrielle Automatisierung an und führt diese anhand kompletter Demoplattformen vor, mit dem Ziel, die Implementierung von Industrie 4.0 schneller voranzutreiben. Bei allen Bemühungen, die Intelligenz näher an die „Edge“ zu bringen, also an Sensoren und Aktoren, liegt der Schlüssel zum Erfolg darin, die Steuerungen in kleineren Bauformen bereitzustellen und dabei zugleich flexibler zu machen, damit Produktionsparameter im laufenden Betrieb an sich ändernde Produktanforderungen angepasst werden können. Nötig ist auch die Fähigkeit, mehr Diagnosefunktionen in die ICs zu integrieren, um genauere Daten und Echtzeitinformationen über den Zustand der Fabrik zu bekommen, sodass intelligente Algorithmen Entscheidungen vor Ort, also „at the edge“, treffen können.

Maxim Bildquelle: © Maxim

Die Hauptfunktionen der Demoplattform „Go-IO“ sind durchweg mit ICs von Maxim realisiert.

Vor fünf Jahren, auf der electronica 2014, demonstrierte Maxim die „Mikro-PLC“-Demoplattform anhand einer Bierkrugfabrik. Dadurch konnten wir zeigen, dass wir in der Lage sind, den Gesamtflächenbedarf der SPS und der Stromversorgung deutlich zu verringern.

2016 stellten wir die zweite Generation unseres Chipsatzes für die industrielle Automatisierung vor: Die Demoplattform „Pocket IO“ reduzierte abermals den Platz- und Strombedarf der SPS. Mit unserer IO-Link-Master-Lösung führten wir damals zusätzlich das Konzept der flexiblen Fertigung ein und demonstrierten in unserer Fußballfabrik, wie flexibel ein Fußball der Größen 3, 4 oder 5 verarbeitet werden kann.

Die dritte Generation unseres Chipsatzes für die industrielle Automatisierung haben wir im November 2018 vorgestellt; die ICs wurden in die Demoplattform „Go-IO“ integriert. Diese verringert Größe und Strombedarf der SPS erneut und erlaubt es, Daten zum Zustand der Produktionsanlage zu kommunizieren, um die Anlage zu überwachen und eine höhere Effizienz zu erzielen.

Die Hauptprodukte der Go-IO-Demoplattform sind allesamt Teil unseres Produktportfolios und repräsentieren alle wichtigen IC-Technologiebereiche, die für die Realisierung von Industrie 4.0 und IIoT erforderlich sind und die es unseren Kunden ermöglichen, Intelligenz an die Edge zu bringen.

Maxims dritte Generation von Industrieautomatisierungs-Produkten bringt das „Go“ in unsere Go-IO-Demoplattform ein, weil sie unsere Kunden dazu befähigt, schneller denn je sowohl Fabrik- als auch Prozessautomatisierungs-Anwendungen zur Steuerung von Maschinen und Anlagen zu beurteilen. Dieselbe intelligente Technik lässt sich in der Gebäudeautomatisierung, in Antrieben, in der Industrierobotik und in vielen industriellen Steuerungssystemen einsetzen.

In welche Arten von Geräten werden die ICs integriert?

Unser Chipsatz wird in vielerlei Automatisierungsgeräten verwendet, von der Produktionsautomatisierung über die Gebäudeautomatisierung bis hin zu Antriebstechnik und anderen Industriesteuerungen.

Lassen sich die Referenzdesigns so, wie sie sind, in Geräte integrieren oder bedarf es dafür Änderungen?

Die Referenzdesigns helfen unseren Kunden bei der schnellen Bewertung unserer ICs in einer realen Systemumgebung – was wiederum ihre eigene Time to Market verkürzt. In einigen Fällen können unsere Kunden die Referenzdesigns auch direkt nutzen, indem sie unsere Vorgaben für eine Integration auch in anderen Systemen umsetzen. Viele unserer IO-Link-Master- und -Device-Referenzdesigns werden auf diese Weise verwendet.