NanoAvionics: Nanosatelliten für IoT-Projekte

NanoAvionics hat drei Nanosatelliten gestartet, mit deren Hilfe sich IoT-Netze aufbauen lassen.

Die Forschungsnutzlast der Satelliten besteht unter anderem aus einem 60-W-Hall-Effect-Thrusters (HET), einen integrierten 30-W-HET (1,5 U) und zwei 10-W Hall-Effect-Micro-Jets. Bildquelle: © NanoAvionics

Die Forschungsnutzlast der Satelliten besteht unter anderem aus einem 60-W-Hall-Effect-Thruster (HET), einen integrierten 30-W-HET (1,5 U) und zwei 10-W Hall-Effect-Micro-Jets.

Die in Vilnius (Litauen) ansässige Firma hat die Satelliten entwickelt, die für den Aufbau von Internet-of-Things-Systemen (IoT) eine wesentliche Rolle spielen werden. Denn über Nanosatelliten lässt sich praktisch jeder Punkt auf der Erde erreichen, auch in Regionen, in denen es sonst keinerlei Infrastruktur gibt.

 »Wir entwickeln die entsprechenden Satelliten-Plattformen oder Satelliten-Busse, wie wir sie nennen. 80 Prozent der Stalliten-Busse entsprechen Standards, doch wir können die Satelliten auf die jeweiligen besonderen Anforderungen spezieller Einsatzbedingungen hin zuschneiden«, sagt Vaida Karaliunaite, CMO von NanoAvionics.
 
Bisher haben die Kunden von NanoAvionics die Plattformen auf Anwendungen in der Landwirtschaft optimiert, um gefährdete Wildtiere in Afrika zu überwachen, um Studien zum Klimawandel durchzuführen und um das Wachstum von Meeresalgen zu verfolgen.

In diesem Monat hat NanoAvonics einen Auftrag über die Produktion von »12U«- Nanosatelliten erhalten, auf deren Basis ein Satelliten-Bus für das »Cathode-Less Micro Propulsion Satellite«-Projekt (CaLeMPSat) in Singapur aufgebaut werden soll. (Der CubeSat-Standard »12U« hat das Format 22,63 cm × 22,63 cm × 34,05 cm bei 20 kg Gewicht). Die Entwicklungen führten SpaceSATS, die Plasma Innovation Labs (PILS) und das Plasma Source and Application Center (PSAC) an dem National Institute of Education der Nanyang Technological University durch. Im Rahmen des Projekts werden Hall Effect Thrusters (HETs) erprobt, die in bisher nicht erreichten Leistungsbereichen arbeiten. Unter anderem werden neue Techniken untersucht, um mit den Satelliten bestimmte Manöver durchzuführen. Dazu gehören Wartungsaufgaben und das Fliegen in Formationen. Außerdem wollen die Wissenschaftler Methoden entwickeln, um die Satelliten so außer Betrieb zu nehmen, dass sie möglichst wenig Weltraumschrott hinterlassen.

NanoAvionics will den Satelliten-Bus noch vor Ende Februar 2020 liefern, SpaceSATS und seine Partner planen, CaLeMPSat Ende 2020 zu starten.
 
NanoAvionics war entstanden, als Litauen seine ersten Satelliten – LituanicaSAT-1 und LitSat-1 – gebaut hat, die 2014 gestartet wurden. Die Firma ist überzeugt, dass die Weltraumfahrt in Zukunft weniger von staatlicher Seite als vielmehr durch private Unternehmen getrieben werden sollte, um die Kosten zu senken (New Space Paradigm).
 
Die schnelle Entwicklung von Nanosatelliten, die in wenigen Jahren von der Idee zu realen Produkten gereift sind, stellen dafür ein gutes Beispiel dar: Aufgrund ihrer kleinen Bauform sind sie viel billiger in den Weltraum zu befördern als große Satelliten – was ihnen den Einsatz in kommerziellen Anwendungen ermöglicht.   

Unterdessen hat sich NanoAvionics von einer Firma mit zehn Mitarbeitern im Jahr 2013 zu einem globalen Unternehmen mit 80 Mitarbeitern entwickelt. Standorte unterhält NanoAvionics unter anderem im Harwell Space Cluster in Großbritannien und in den USA. Dort befindet sich das Hauptquartier in der Nähe des Hauptinvestors AST & Science in Texas. Hier werden Produkte für den US-Markt entwickelt, die den Anforderungen der US-Regierungsstellen und der NASA entsprechen. Inzwischen hat NanoAvionics mehr als 75 Projekte erfolgreich durchgeführt.