»Internet of Things«: »IoTisierung« leicht gemacht

Auf der fünften Konferenz »Internet of Things – vom Sensor bis zur Cloud« entpuppte sich der Keynote-Sprecher Olivier Pauzet, Vice President und General Manager Market Strategy von Sierra Wireless, als absoluter Cloud-Fan.

IoT-HMI Bildquelle: © Design & Elektronik

Olivier Pauzet, Sierra Wireless: »Die Cloud-Technologie ist mittlerweile ausgereift genug, um alle Security-Anforderungen zu erfüllen.«

Aus seiner Sicht hat sich seit dem Durchstarten der Cloud die Welt entscheidend verändert. »2007 war der Wendepunkt, es entstand ein vollkommen neuer Markt«, betont Pauzet und erklärt weiter: »Wollte man in den 90er Jahren ein Internet-Unternehmen aufbauen, muss man Sun-Server, die Netzwerkausrüstung von Cisco, Datenbanken von Oracle und Speichersysteme von EMC kaufen. Die neuen Startups von heute müssen das alles nicht kaufen, dementsprechend liegen ihre Kapitalinvestitionen heute um einen Faktor zwischen 100 und 1000 unter denen von früher.«

Das spiegeln auch Zahlen zum Markt mit Cloud-Computing wider: 2016 belief sich das Marktvolumen noch auf 5,82 Mrd. Dollar, bis 2016 stieg dieser Wert bereits auf 114 Mrd. Dollar und bis 2020 soll er auf 236 Mrd. Dollar anwachsen.
Die Zahlen sind verlockend, aber können auch kleinere Unternehmen an diesem Markt partizipieren? Pauzet sieht diverse Hürden, aber zeigt am Beispiel Axibio, einem Hersteller von Kompostierungsmaschinen, wie es funktionieren kann und welche Hürden überwunden werden mussten.

Seiner Meinung nach müssen sich Unternehmen typischerweise mit mehreren Themen auseinandersetzen, um die Vorteile der Cloud zu nutzen, das fängt bei dem Thema Connectivity an und endet bei Fragen zur Cybersecurity. »Das IoT entwickelt sich nicht so schnell wie gedacht, weil es doch einige Hürden zu überwinden gibt. Denn ein Unternehmen wie Axibio muss nicht nur über eine Embedded-Expertise für das eigentliche System verfügen, sondern auch über Telekommunikations-Expertise verfügen, um zu wissen, was ist das beste Netzwerk ist und wie es aufgebaut wird – und natürlich auch über eine Cloud-Expertise. Das ist schon ziemlich viel Wissen, das notwendig ist.«

Dementsprechend sei es nicht verwunderlich, dass viele IoT-Projekte scheitern. In diesem Zusammenhang zitiert er beispielsweise einen Bericht von Cisco, in dem es heißt, dass Dreiviertel aller IoT-Projekte scheitern. Bei Microsoft wiederum hieße es, dass 30 Prozent der IoT-Projekte bereits in der Proof-of-Concept-Phase fehlschlagen.
Pauzet ist überzeugt, dass der beste Weg für die digitale Transformation darin besteht, den Denkansatz zu ändern. Anstatt alle Einzelteile – Gerät, Telekommunikation, Cloud – getrennt zu betrachten, sollten die Systemhersteller eine Plattform nutzen, die alles verbindet.

Ein Beispiel für solch eine Plattform sei Octave von Sierra Wireless. Dabei handelt es sich um einen Ansatz, das Edge-Geräte, Netzwerk- und Cloud-APIs in eine All-in-One-Plattform integriert und das Ganze noch mit den entsprechenden Security-Aspekten versieht. Pauzet: »Damit können sich die Unternehmen auf Ihre Daten konzentrieren, ohne Ihre Infrastruktur neu zu erfinden.« Und genau damit konnte auch Axibio seine digitale Transformation vorantreiben. Das Unternehmen nutzte Octave, um eine Verbindung zwischen Cloud und Hardware herzustellen und damit vollkommen neue Geschäftsmodelle entwickeln, und das mit minimalem Entwicklungsaufwand.