Zum Test auf der ISS

Das erste 3D-Druck-HF-Modul

18. März 2021, 08:54 Uhr   |  Heinz Arnold

Das erste 3D-Druck-HF-Modul
© Nano Dimension

Das mit Hilfe des 3D-Druckers „DragonFlay LDM“ von Nano Dimension hergestellte HF-Modul für den Einsatz in Nanosatelliten wird ab sofort über sechs Monate auf der ISS getestet.

Das erste mit Hilfe eines 3D-Druckers gefertigte HF-Modul ist jetzt zur ISS geflogen, wo es umfangreichen Tests unterworfen wird.

Das Design des 2,4-GHz-HF-Moduls hatte L3Harris, Spezialist für die Entwicklung von HF-Systemen für den Einsatz in Satelliten und Kommunikationssystemen, im Rahmen eines zweijährigen Projekts des ISS U.S. National Laboratory übernommen. Die Leiterplatte hat Nano Dimension mit Hilfe des 3D-Druckers vom Typ „Dragon Fly LDM” gefertigt. Auf der Leiterplatte sind die Antenne und die Verbindungsleitungen zu den Komponenten auf der Leiterplatte integriert.

Über den 3D-Druck hergestellte Module weisen gegenüber den in konventionellen Techniken gefertigten Modulen einige Vorteile auf: Sie sind leistungsfähiger, leichter und lassen sich schneller entwickeln. Außerdem können komplexe Bauformen realisiert werden, was mit Hilfe konventioneller Techniken nicht möglich wäre.

Jetzt soll das über additive Verfahren gefertigte HF-Modul unter Weltraumbedingungen über sechs Monate getestet werden. Es ist besonders für den Einsatz in Nanosatelliten gedacht, die im Low Earth Orbit (LEO) in einer Höhe von rund 2000 km unterwegs sind. An Bord der International Space Station (ISS) wird das Modul mit einem System zur Verfolgung von Satelliten der Embry Riddle Aeronautical University in Daytona Beach, Florida, kommunizieren. Es soll gezeigt werden, dass sich über 3D-Druck hergestellte „High Performance Electronic Devices“ (Hi-PEDs) im Weltraum in kleinen und Nanosatelliten einsetzen lassen.

»Wir haben auf Basis unseres 3D-Druckers „DragonFly LDM“ eine hochintegrierte Leiterplatte für das HF-Modul gefertigt und können damit unsere additive Fertigungstechnik für den Einsatz im Weltraum qualifizieren«, sagt Dr. Jaim Nulman, Chief Technology Officer von Nano Dimension. Zusammen mit L3Harris sei man nun auf dem Weg, das TR-9 Level zu erreichen, Voraussetzung dafür, die HF-Module in Stückzahlen für den Einsatz in kleinen LEO-Satelliten bereitstellen zu können.

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