Unternehmen und Öffentliche Hand

Digitalisierung soll weiter ausgebaut werden

08. Juni 2020, 18:12 Uhr   |  Andreas Knoll

Digitalisierung soll weiter ausgebaut werden
© Infodas

Severin Quell, Infodas: »Unternehmen haben offenbar erkannt, dass die Absicherung der Digitalisierung mindestens genauso wichtig ist wie die Digitalisierung selbst, um in Zukunft im Business erfolgreich sein zu können.«

Trotz der Coronakrise wollen Wirtschaft und Öffentliche Hand in Deutschland Digitalisierung und Cybersecurity weiter ausbauen. Dies ist eine der zentralen Erkenntnisse, die die Infodas GmbH, ein Software- und Beratungs-Unternehmen für Informationssicherheit, in einer aktuellen Umfrage ermittelt hat.

»Gemessen an der Investitionsbereitschaft scheint Covid-19 die digitale Entwicklung des Standorts Deutschland nicht nur kurzfristig, sondern auch längerfristig weiter zu beflügeln, ein gutes Zeichen für die digitale Souveränität Deutschlands«, sagt Severin Quell, Director IT-Security Consulting bei Infodas. 88 Prozent der Befragten erhoffen sich laut Infodas-Report von der Digitalisierung eine Senkung der Kosten.

Severin Quell verweist darauf, dass nicht nur die Digitalisierung stärker im Fokus steht, sondern Entscheider auch mit steigenden Invesitionen in die Informationssicherheit kalkulieren. »Unternehmen haben offenbar erkannt, dass die Absicherung der Digitalisierung mindestens genauso wichtig ist wie die Digitalisierung selbst, um in Zukunft im Business erfolgreich sein zu können«, erläutert er. Allerdings bedeuteten steigende IT-Sicherheitsbudgets leider nicht, dass auch das IT-Sicherheitsniveau in der Organisation automatisch steige. Viele Sicherheitsvorfälle ließen durch menschliche Verhaltensänderungen vermeiden.

Um herauszufinden, wie sich der Standort Deutschland nach Covid-19 perspektivisch in Digitalisierung und IT-Sicherheit entwickelt und ob Risiken und Chancen neu bewertet werden, hatte Infodas im Rahmen einer professionellen Marktforschung 300 Fach- und Führungskräfte in Konzernen, Behörden und Mittelstand befragt. Dabei handelte es sich um Allein- und Mitentscheider über digitale Sicherheit aus den Branchen Industrie, Finanzwirtschaft, Bau, Handel sowie IT & Telekommunikation.

Nur die Hälfte der Befragten mit ISMS

Der Infodas-Report wirft auch ein bezeichnendes Schlaglicht auf den aktuellen Handlungsbedarf der Cyber-Absicherung von Wirtschaft und Öffentlicher Hand. Denn obwohl Cyber-Angriffe in Deutschland laut Bitkom nicht nur häufiger, sondern auch wirtschaftlich schädlicher sind als noch vor zwei Jahren, hat nur die Hälfte der befragten Unternehmen und Organisationen vorgesorgt: mit einem strukturierten IT-Sicherheits-Management (ISMS). »Ein ISMS ist aber eine Grundvoraussetzung für die systematische Absicherung der Organisation insgesamt, aber auch zum Geheimschutz oder sonstige sensible Daten«, betont Severin Quell als Experte für IT-Sicherheit, Datenschutz und Awareness. Immerhin gab die Mehrheit der Befragten im Infodas-Report an, ihre IT-Sicherheitsstrategie und -maßnahmen weiter optimieren zu wollen.

Das scheint auch zwingend nötig, denn auf die souveräne Bewältigung von Krisen oder Störungen wie Naturkatastrophen, Pandemie oder Cyber-Angriffe war unter den Befragten bislang nur jede dritte Organisation vorbereitet: mit einem systematischen Business Continuity Management (BCM). »Wie riskant es für Unternehmen sein kann, das Thema BCM zu vernachlässigen, zeigt sich an Ausnahmesituationen, wie wir sie jetzt mit Covid-19 erlebt haben«, verdeutlicht Severin Quell. »Weil nicht auszuschließen ist, dass sich solche Herausforderungen wiederholen, bleibt zu hoffen, dass auch hier ein Umdenken einsetzt, um die eigene Organisation rechtzeitig vor Verlusten oder Schäden zu schützen. Hier braucht die IT-Security-Abteilung Rückenwind aus dem Top-Management. BCM muss zu Chefsache werden.«

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2. Professionelle Absicherung des Homeoffice wird wichtiger

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