German Edge Cloud / IBM

Hybrid-Cloud-Lösung für Industrial Edge Computing

3. Februar 2021, 14:52 Uhr | Andreas Knoll

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

OT-IT-Integration mit IBM

Eine der größten Herausforderungen in der Fertigungsindustrie ist nach wie vor die Visualisierung der relevanten Produkt- und Prozessdaten während des laufenden Transports – lückenlos von Station zu Station bis zur Qualitätskontrolle und Auslieferung der serialisierten Produkte an den Kunden. Hier kommt IBM ins Spiel. Damit die Veranschaulichung gelingt, müssen in Beinahe-Echtzeit alle relevanten Daten zusammengeführt werden – entlang der gesamten „Automatisierungs-Pyramide“ der Fertigung: von den lokalen IT-Systemen der Fabrik mit ERP an der Spitze über PLM, MES und SCADA bis zu den Sensoren und Aktoren der verarbeitenden Maschinen an der Basis.

Die ersten eingesetzten Module aus den IBM Cloud Paks adressieren die OT-IT-Integration durch die IBM-Lösung „Plant Service Bus“. Sie beruht auf „IBM App Connect for Manufacturing“ und bietet eine universelle Integration in den Shopfloor auf Basis von MQTT, OPC UA und einer Vielzahl weiterer Protokolle. Zusätzlich kommt der „IBM Operational Decision Manager“ zum Einsatz, der es Nicht-IT-Mitarbeitern ermöglicht, das Verhalten und die Datenflüsse im Shopfloor über Business Rules zu steuern. Dabei werden alle Daten aus dem operativen Bereich (OT) erfasst und mit den IT-Systemdaten vereinheitlicht, um sie dann dem Smart MOM zur Verfügung zu stellen.

Die Lösung läuft auf Red Hat OpenShift, womit nicht nur die von GEC und IBM zur Verfügung gestellten Komponenten, sondern auch weitere Lösungen von Drittanbietern in einer Container-, Automatisierungs-, aber auch virtualisierten Umgebung als neue Fertigungs-IT laufen. Mit Red Hat OpenShift bekommen Kunden die Flexibilität, ihre Anwendungen lokal oder in der Cloud-Umgebung auszuführen – der große Nutzen einer Hybrid-Cloud-Umgebung.

»Der Vorteil der mit IBM erweiterten Lösung liegt auf der Hand«, sagt Dr. Sebastian Ritz, Geschäftsführer der German Edge Cloud. »Die produzierenden Unternehmen profitieren durch den Einsatz von Hyperscaler-Technologie schnell von einem hohen Digitalisierungsgrad in ihrer Fertigung, ohne selbst umfassendes Know-how dafür entwickeln zu müssen. Während die Fabrikbetreiber sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können, sorgen GEC und IBM für IT-Infrastruktur, die zu ihren Produktions-Anforderungen, Investitionsplänen und Datensouveränitäts-Ansprüchen passt.«

Die Perspektiven von Oncite zeigt das Pilotprojekt im digital integrierten Produktionswerk von Rittal im nordwesthessischen Haiger. 250 vernetzte Maschinen erzeugen dort bis zu 18 Terabyte Daten jeden Tag, die analysiert, in Beinahe-Echtzeit verarbeitet und zur Optimierung der Produktion genutzt werden – und zwar mit der nötigen Datensicherheit und -souveränität. »Bei der Planung des Werks im Jahr 2015 war noch keine passgenaue, datensouveräne Lösung verfügbar«, führt Ritz aus. »Dies war der Anstoß zur Entwicklung von Oncite.« Mit Hilfe der IBM-Lösung erweiterten sich die Möglichkeiten: Produktinformationen aus dem SAP-System wurden mit Echtzeit-Stationsdaten zusammengeführt. Damit ließ sich schnell und einfach visualisieren, in welchem Bearbeitungszustand sich die jeweiligen Produkte befinden und wie der Produktionsprozess insgesamt verläuft.

»Der Aufbau und die digitale Integration unserer Produktion in Haiger war Pionierarbeit«, erläutert Prof. Friedhelm Loh, Inhaber und Vorstandsvorsitzender der Friedhelm Loh Group. »Jetzt wollen wir mit der Oncite powered by IBM, dass auch unsere Kunden von unseren Erfahrungen profitieren. Mit IBM haben wir einen Partner, der Nutzen und Implementierungsgeschwindigkeit für die Kunden noch weiter steigert – bei voller Datensouveränität.«

Zum Schutz des in den Daten enthaltenen Know-hows setzt GEC auch auf die GAIA-X konforme International-Data-Spaces-Architektur (IDS). Das Unternehmen ist einer von wenigen Cloud-Anbietern im Markt, der IDS- und somit GAIA-X-„ready“ ist. Damit unterstützt die Friedhelm Loh Group auch die Mission der neuen GAIA-X-Organisation zum Aufbau einer sicheren und souveränen europäischen Dateninfrastruktur. Sie ist mit ihrer Tochtergesellschaft GEC einer der Mitbegründer von GAIA-X. Prof. Friedhelm Loh hat das im Herbst 2019 von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier gestartete europäische Großprojekt mit ins Leben gerufen.

»Wir freuen uns, mit Oncite zu einer effizienten Neuausrichtung der IT nach Cloud-Prinzipien im Werk beizutragen«, sagt Gregor Pillen, General Manager DACH bei IBM. »Die Oncite powered by IBM entspricht unserem Verständnis der Cloudifizierung von Fabriken: Mit unserem Hybrid-Cloud-Ansatz behalten die Unternehmen die vollständige Datenhoheit, weil sie selbst bestimmen können, welche Daten wie und wo verarbeitet werden – sei es lokal, zentral oder in der Public Cloud.« Für alle interessierten Unternehmen bietet GEC eine dreimonatige Testphase der Lösung an.


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