Security ist oft noch ein Fremdwort

»IoT - Ignoranz ohne Tabus«

19. März 2018, 11:50 Uhr   |  Andreas Knoll

»IoT - Ignoranz ohne Tabus«
© Rutronik

Bernd Hantsche, Rutronik: »Nur wenige Unternehmen setzen auf technische Maßnahmen, um ihre mit dem Internet verbundenen Geräte abzusichern.«

Das IBM Institute for Business Value hat vor wenigen Tagen die Benchmark-Studie »Internet of Threads« veröffentlicht. Das Fazit ist bedenklich, kommentiert Bernd Hantsche, Marketing Director Embedded & Wireless und Leiter des DSGVO-Kompetenzteams bei Rutronik.

Die Studie zeigt: Ignoranz gegenüber Gefahren und eine dreiste Tabulosigkeit bei der Absicherung des eigenen Geschäfts kennzeichnen die Absicherung von IoT-Geräten. Sprich: Nur wenige Unternehmen setzen auf technische Maßnahmen, um ihre mit dem Internet verbundenen Geräte abzusichern; statt in Ingenieure mit Security-Knowhow, hochwertigere elektronische Bauteile und eine sichere Infrastruktur investieren viele lieber in eine Versicherung.

Diesen Schluss legen die Zahlen aus der Studie des IBM Institute for Business Value nahe [https://public.dhe.ibm.com/common/ssi/ecm/62/en/62013962usen/internet_of_threats_benchmarkinsightsibv.pdf]. Eine Auswahl:

- Nur 21 Prozent der Unternehmen verschlüsseln den IoT-Datenverkehr ihrer Geräte.
- Noch weniger Unternehmen (15 Prozent) nutzen ein zentralisiertes Patch-Management.
- Ebenfalls nur 15 Prozent nutzen das Authentifizieren ihrer IoT-Geräte.
- Lediglich 14 Prozent testen ihre Produkte mit simulierten Cyber-Attacken.
- Echte Angriffe bleiben meist unentdeckt, denn gerade einmal 10 Prozent der Unternehmen überwachen ihren IoT-Netzwerkverkehr, um Anomalien zu erkennen.
- Die am häufigsten genutzte Maßnahme gegen IoT-Sicherheitsrisiken ist der Abschluss einer entsprechenden Versicherung: 45 Prozent der Unternehmen gehen diesen Weg.

Ein Flugzeug während des Flugs bauen

Das IBM Institute for Business Value vergleicht die Entwicklung des IoT mit dem Bauen eines Flugzeugs, während es schon geflogen wird (»building the plane while flying it«). Der »Bau« des IoT wird wohl auch nie beendet sein. Doch gerade das macht die Fokussierung auf einen sicheren Flugbetrieb so wichtig Inventar, Bordunterhaltung und Catering locken die zahlenden Kunden kurzfristig an. Bei einem Absturz hilft weder das noch eine Versicherung. Sie kann zwar finanzielle Verluste aus Regressforderungen oder Umsatzausfällen auffangen, aber nicht den langfristigen Image-Schaden. Und der hat schon manches Unternehmen ruiniert.

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