Bitkom-Studie zur KI in Unternehmen

Künstliche Intelligenz dringt weiter vor

21. April 2021, 22:28 Uhr | Andreas Knoll

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Vor allem kleine Unternehmen zögern mit KI-Investitionen

Zurückhaltend sind die Unternehmen mit Investitionen in KI im laufenden Jahr. Gerade einmal 8 Prozent aller Unternehmen wollen 2021 in KI investieren, 16 Prozent haben sich das für 2022 oder die Folgejahre vorgenommen. 16 Prozent haben bereits in der Vergangenheit in KI-Technologie investiert. Aber mehr als die Hälfte (57 Prozent) hat noch kein Geld für KI ausgegeben – und hat das auch in Zukunft nicht vor. Kleine Unternehmen sind dabei deutlich zurückhaltender als große. So wollen 2021 nur 6 Prozent der Unternehmen mit 20 bis 99 Beschäftigten in KI investieren, bei den Unternehmen mit 100 bis 499 Beschäftigten sind es 15 Prozent, und bei Großunternehmen ist es mehr als jedes fünfte (23 Prozent bei Unternehmen mit 500 bis 1999 Beschäftigen, 21 Prozent ab 2000 Beschäftigten). Zugleich haben erst 14 Prozent der kleineren Unternehmen in der Vergangenheit in KI investiert, bei jenen mit 100 bis 499 Beschäftigten sind es 23 Prozent, bei größeren Unternehmen von 500 bis 1999 Beschäftigten 33 Prozent und sogar 41 Prozent bei Unternehmen mit 2000 oder mehr Beschäftigten. »Die Corona-Pandemie trägt sicherlich zur aktuellen Investitionszurückhaltung in KI bei«, betont Achim Berg. »Gleichzeitig erleben wir alle, dass Unternehmen, die in der Vergangenheit bereits in ihre Digitalisierung investiert haben, besser durch die aktuelle Krise kommen. Das sollte als Auftrag an alle verstanden werden, die derzeit bei KI noch zurückhaltend sind.«

Nur in großen Unternehmen treiben eigene Teams den KI-Einsatz voran

In zwei Drittel (67 Prozent) der Unternehmen, die bereits KI nutzen, den Einsatz planen oder zumindest darüber diskutieren, treibt die IT-Abteilung den KI-Einsatz voran. In jedem fünften (20 Prozent) sind es eigenständige KI-Teams oder eine KI-Abteilung, in 15 Prozent engagierte Einzelpersonen, in 14 Prozent interdisziplinäre Projektteams und in 13 Prozent die Geschäftsführung bzw. der Vorstand. Nur in 1 Prozent ist ein Chief Digital Officer (CDO) federführend bei KI-Themen. Dabei unterscheidet sich das Bild deutlich nach Unternehmensgröße. In kleinen Unternehmen bis 99 Beschäftigten dominiert die IT-Abteilung als KI-Treiber mit 71 Prozent, während es bei Unternehmen mit 500 bis 1999 Beschäftigten nur 44 Prozent und in Großunternehmen ab 2000 Mitarbeitern sogar nur 24 Prozent sind. Umgekehrt sind eigenständige KI-Teams nur in 15 Prozent der kleinen Unternehmen aktiv, aber in 40 Prozent der Unternehmen mit 500 bis 1999 Beschäftigten und sogar in zwei Drittel (65 Prozent) der Großunternehmen ab 2000 Beschäftigten.

Nur 3 Prozent der Unternehmen, die bereits KI nutzen oder den Einsatz planen oder diskutieren, entwickeln und programmieren eigenständig und ohne Unterstützung KI-Lösungen. Rund jedes zweite (48 Prozent) setzt dazu auf externe Partner, die fast ausschließlich aus Deutschland (71 Prozent) und den USA (29 Prozent) kommen. 6 von 10 Unternehmen (57 Prozent) kaufen oder mieten KI-Anwendungen von externen Anbietern, die vor allem aus Deutschland (46 Prozent) und den USA (38 Prozent) stammen. Und 12 Prozent der Unternehmen geben an, frei verfügbare KI-Anwendungen einzusetzen, etwa aus dem Open-Source-Bereich. In rund jedem dritten Fall (31 Prozent) kommt die Lösung aus Deutschland, in jedem vierten (25 Prozent) aus den USA. »Auch wenn die Entwicklung der Technologien für KI stark in den USA und China vorangetrieben wird: Deutsche Anbieter spielen auf dem Markt für KI-Anwendungen eine bedeutende Rolle«, stellt Achim Berg fest.

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