Bitkom-Studie zur KI in Unternehmen

Künstliche Intelligenz dringt weiter vor

21. April 2021, 22:28 Uhr | Andreas Knoll

Fortsetzung des Artikels von Teil 3

USA liegen im internationalen Vergleich vorne

Aktuell sagt jedes zehnte Unternehmen (10 Prozent), Deutschland sei beim Thema KI im Vergleich der Nationen führend. Damit liegt Deutschland knapp vor China (9 Prozent), aber deutlich hinter den USA (39 Prozent). Im Jahr 2030 sehen 49 Prozent die USA vorne, 20 Prozent China und nur noch 8 Prozent Deutschland. »Wirtschaft und Politik müssen sich gemeinsam anstrengen, damit wir bei KI die derzeit gute Position halten und ausbauen«, sagt Achim Berg. »Der Einsatz von KI wird auch Kernindustrien verändern, in denen Deutschland heute noch eine weltweite Spitzenposition hat, etwa im Automobil- und Maschinenbau. Wenn wir die Säulen der deutschen Industrie stärken wollen, müssen wir auch die KI stärken.«

Mit Blick auf den erwarteten Legislativvorschlag der EU-Kommission für KI mahnte Achim Berg, die geplante Prüfung und Zertifizierung von KI auf den Einsatz in echten Hochrisikoanwendungen zu konzentrieren. »Wir brauchen in Deutschland und Europa sichere und vertrauenswürdige KI – wir dürfen aber nicht alle und alles über einen Kamm scheren«, führt er aus. »Bei jeder neuen Regulierung müssen wir deshalb darauf achten, dass sie erstens zu bestehenden Regelungen passt, zweitens aber auch der Aufwand für die Unternehmen verhältnismäßig bleibt und sie nicht Innovationen verhindert. Wichtig ist, dass die Politik schnell Klarheit und Rechtssicherheit für die Unternehmen schafft. Unsicherheit und langwierige Abstimmungsprozesse würden dringend nötige Investitionen verzögern oder verhindern.«

Nur noch rund jedes vierte Unternehmen (28 Prozent) ist der Meinung, dass die KI-Strategie der Bundesregierung ausreicht, um Wirtschaft und Gesellschaft auf KI vorzubereiten. Vor einem Jahr gab es mit 38 Prozent noch messbar mehr Unterstützung für die KI-Politik der Bundesregierung. Zugleich glauben nur noch 33 Prozent (2020: 39 Prozent), dass Deutschland bei der KI-Forschung zur Weltspitze gehört. Und drei Viertel (74 Prozent) fordern, dass mehr KI-Expertinnen und KI-Experten an den Hochschulen ausgebildet werden sollten (2020: 69 Prozent).

KI: Wunsch nach Unterstützung und Austausch

Damit der KI-Einsatz im eigenen Unternehmen vorangebracht werden kann, wünschen sich drei Viertel (77 Prozent) mehr finanzielle Förderung von KI-Projekten. Aber neben Geld spielen vor allem Know-how und Informationen eine bedeutende Rolle. 60 Prozent wünschen sich einen intensiveren Austausch mit Unternehmen, die bei KI schon weiter sind, 54 Prozent fordern Hilfe bei der rechtlichen und ethischen Beurteilung des KI-Einsatzes, und 48 Prozent brauchen Informationen über marktfähige KI-Lösungen. Jeweils 4 von 10 Unternehmen würden von externen Bewertungen oder Labeln für KI-Anwendungen (44 Prozent) und der Verfügbarkeit von KI-Expertinnen und -Experten auf dem Arbeitsmarkt (43 Prozent) profitieren. Jedes dritte Unternehmen (34 Prozent) fordert den Ausbau der KI-Forschungsaktivitäten, etwa an Hochschulen, und jedes vierte (27 Prozent) einen besseren Austausch mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent) geht davon aus, dass Roadshows und Konferenzen zu konkreten KI-Anwendungen den Einsatz voranbringen könnten.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 603 Unternehmen ab 20 Mitarbeitern in Deutschland von Februar bis Ende März 2021 telefonisch befragt.

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