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Mit BrainTech KI-Algorithmen trainieren

17. Dezember 2020, 18:18 Uhr   |  Andreas Knoll

Mit BrainTech KI-Algorithmen trainieren
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Das Logo von InnerEye

Macnica steigt in das Thema BrainTech ein: Der japanische Technologielieferant mit DACH-Niederlassung in Ingolstadt hat einen Distributionsvertrag mit dem israelischen BrainTech-Unternehmen InnerEye für Japan, Deutschland und Brasilien unterzeichnet.

Der Begriff BrainTech ist eine Kombination aus Gehirn (Brain) und Technologie (Tech) und beschreibt Techniken und Verfahren, die auf der Hirnforschung beruhen. Im Jahr 2013 haben Barack Obama, der ehemalige Präsident der USA, und Shimon Peres, der frühere israelische Präsident, eine BrainTech-Initiative ins Leben gerufen, die laut Macnica rasch vielversprechende Ergebnisse erzielt hat. Ergänzend dazu wurden verschiedene Hirnforschungsprojekte in Japan durchgeführt, und die Ergebnisse sollen nun in Dienstleistungen und Produkte einfließen. BrainTech ist dabei das verbindende Element, das technische Einrichtungen und Geräte mit dem menschlichen Gehirn koppelt und eine wichtige Rolle bei der Förderung sozialer Innovationen und der digitalen Transformation spielen soll.

Mit der Technologie von InnerEye bietet Macnica jetzt eine Lösung zum raschen Training von KI-Algorithmen durch die Erfassung von EEG-Signalen (Elektroenzephalogramm) menschlicher Experten. Mittels der EEG-Signale werden die Gehirnaktivitäten bei der Problemlösung erfasst und in Form von Konnotationen an die KI-Algorithmen übermittelt. Ziel ist es, die einschlägigen Erfahrungen von Experten etwa bei Betrachtung medizinischer Röntgenbilder auf die Systeme der KI zu übertragen.

Bei der Betrachtung von Objekten werden im menschlichen Gehirn automatisch Verarbeitungsaktivitäten zur Beurteilung und Klassifizierung angestoßen, wobei die beteiligten Neuronen elektrische Signale erzeugen und verteilen. Diese Signale lassen sich ohne invasive Techniken an der Oberfläche der Kopfhaut abtasten und für eine Auswertung an Rechnereinheiten übertragen. Dabei unterscheiden sich die Signalmuster signifikant zwischen bekannten und unbekannten Objekten oder beispielsweise, ob im Röntgenbild eines Gepäckstücks verdächtige Gegenstände erkannt werden oder ob es unauffällig ist.

Die Lösung von InnerEye zeigt nun Personen in rascher Folge Bilder auf einem Display an. Aus den erfassten EEG-Signalen, also aus den kognitiven Reaktionen der Betrachter, ermittelt sie eine Kennziffer und fügt diese den Bilddateien als sogenannte „soft labels“ an. Mit der Methode lassen sich KI-Algorithmen schnell trainieren und mit der Expertise der menschlichen Betrachter aufladen, so dass ein Transfer der Expertise von Mensch zu Maschine stattfindet, mithin die fachliche Kompetenz effizient weitergegeben wird. Aus den EEG-Mustern lassen sich auch Konzentration, Müdigkeit oder Ablenkung ablesen und folglich die Ergebnisse mit einem Sicherheitsfaktor bewerten.

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