Digitale Energie-Infrastruktur

Mit dem IoT zu variablen Stromtarifen

20. September 2021, 12:14 Uhr | Robert Erdmann, Conrad Connect

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Günstiger Strom in Norwegen dank IoT

Der norwegische Energieproduzent Fjordkraft lässt seine Kunden per App die Optimierung des privaten Energiemanagements auf Basis von sich stündlich ändernden Strompreisen steuern. Die App ist mit dem Internet of Things vernetzt und passt den Ladestrom automatisch an: Das Fahrzeug wird aufgeladen, wenn Strom besonders günstig erhältlich ist. Dabei können auch individuelle Einstellungen vorgenommen werden, sodass der Akku etwa zu einer bestimmten Uhrzeit vollgeladen sein kann. Das Angebot ist ein voller Erfolg: Über 200.000-mal wurde die App von Fjordkraft bereits  heruntergeladen.

Platform-as-a-Service-Modelle (PaaS) von Dienstleistern wie Conrad Connect ermöglichen es Energieversorgern wie Fjordkraft, sogenannte Smart Services zu entwickeln, die für Kunden einfach zu bedienen sind. Mit der Plattform von Conrad Connect wird auf bestehenden Konnektivitäten über Softwareprotokolle aufgebaut, sodass keine weiteren Gateways benötigt werden.

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Robert Erdmann ist Geschäftsführer bei Conrad Connect, einer IoT-Plattform für Smart Energy, Smart Building und Smart Manufacturing mit Sitz in Berlin.
© Conrad Connect

Im Detail sieht das so aus: Zunächst werden die relevanten Geräte – etwa das E-Auto – in der Cloud mit der Plattform verbunden. Von dort werden Daten wie der aktuelle Ladezustand in der Fjordkraft-App zur Echtzeit-Analyse bereitgestellt. Praktisch: Auch alle weiteren relevanten Dienste lassen sich über die Plattform steuern. So werden die vorhergesagten Strompreise für die nächsten zwölf Stunden verfügbar gemacht und der darauf basierende Ladevorgang des Autos intelligent koordiniert. Durch die zentrale Anbindung auf der Plattform laufen die Automatisierungsketten aus einem Guss ab und erlauben den Kunden so die kostenoptimierte Nutzung des Stroms.

Vernetzung der Stromanbieter sorgt für Kunden-Komfort

Damit variable Stromtarife für Abnehmer und Versorger echte Vorteile bringen, muss die Stromabnahme mit wenigen Handgriffen automatisierbar sein. Darüber hinaus soll die IoT-Anwendung von Fjordkraft und Conrad Connect künftig noch stärker auf die Faktoren Nachhaltigkeit und Energieeinsparung ausgelegt werden. Verbraucher sollen dann sogar die Stromproduktion eigener Solarmodulen sowie den Ladezustand von Heimbatterien überwachen und dadurch die eigene Stromnutzung über alle relevanten Verbraucher maximieren können.

Ebenfalls vorstellbar ist die Bereitstellung eigener Überkapazitäten an öffentlichen Ladesäulen für E-Autos. Dadurch würden Verbraucher nicht nur von intelligenten Energy Services und signifikanten Kosteneinsparungen profitieren, sondern könnten gleichzeitig sogar mit der Bereitstellung eigener Überkapazitäten Geld verdienen.

IoT-Plattformen gewährleisten die von vielen Nutzern geforderte Transparenz in Bezug auf die Auslastung des Netzes und den Anteil regenerativer Energien an der Gesamtstromproduktion. Wie in Norwegen wird das Smart Meter auch bei der Anwendung in Deutschland die cloud-seitige Verbindung zu weiteren Geräten benötigen, um wirklich alle relevanten Stromverbraucher abzudecken. Die Vielzahl unterschiedlicher Sensortechnologien und Datenformate muss entsprechend zentral verwaltet werden. Eine solche Verbindung können herstellerübergreifende Metacloud-Lösungen wie Conrad Connect sicherstellen – und so macht das Internet of Things variable Tarife in der Stromwirtschaft erst sinnvoll nutzbar. (kv)


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