Industrial Ethernet im IIoT

ODVA stellt Erweiterung für EtherNet/IP vor

23. April 2020, 11:12 Uhr   |  Andreas Knoll

ODVA stellt Erweiterung für EtherNet/IP vor
© ODVA

Dr. Al Beydoun, ODVA: »Die ODVA wird EtherNet/IP weiterhin verbessern, um den wachsenden Anforderungen von Industrie 4.0 und IIoT sowie der Nutzer auch in Zukunft zu entsprechen.«

Die Nutzerorganisation ODVA hat Erweiterungen der EtherNet/IP-Spezifikation angekündigt, um den von ihr gepflegten Industrial-Ethernet-Standard für Industrie 4.0 und das IIoT fit zu machen.

Die angekündigten Erweiterungen der EtherNet/IP-Spezifikation sollen Netzwerkdiagnosen vereinfachen, die Bandbreiten- und Ressourcen-Anforderungen an Geräte verringern sowie den Standard um eine IIoT-Funktionsbaustein-Infrastruktur erweitern. »Wir stellen die aktuelle Bedeutung von EtherNet/IP für die industrielle Kommunikation sicher durch neue Tools für das Netzwerk-Management, durch leichtere Implementierung von EtherNet/IP auch in sehr einfachen Geräten und durch die Vorbereitung auf TSN mit LLDP«, erläutert Dr. Al Beydoun, President und Executive Director der ODVA.

Zusätzlich zu den jüngsten Verbesserungen von EtherNet/IP, die Gerätediagnosen im Sinne der NAMUR-Empfehlung NE 107 (Selbstüberwachung und Diagnose von Feldgeräten) erlauben, will die ODVA mit der aktuellen Erweiterung Diagnosen des Gesamtsystems ermöglichen. Die zusätzliche EtherNet/IP-Systemdiagnose verschafft einen besseren Überblick über die Anzahl der Verbindungen, die Ressourcennutzung, die Anzahl der Ethernet-Fehler, vermisste Pakete und die gesamte CPU-Auslastung. Durch die Definition einer allgemeinen, skalierbaren Netzwerkdiagnose-Methode können die gewonnenen Statistiken bei der Fehlerbehebung im Netzwerk helfen. Außerdem erlauben neue Verfahren zur Aggregation mehrerer I/O-Verbindungen das Multiplexen vieler einzelner Verbindungen in eine Verbindung, was den Bandbreitenbedarf im Netzwerk verringert.

Updates, die weniger leistungsfähige Geräte EtherNet/IP-fähig machen, werden eine reine UDP-Gerätekommunikation ermöglichen mit dem Ziel, den Ressourcenbedarf und die Hardware-Anforderungen zu reduzieren. Ethernet soll bis auf die Sensorebene möglich sein, einschließlich der Verwendung von Single-Pair-Ethernet (10Base-T1S), um eine End-to-End-IIoT-Kommunikation zu gestatten. EtherNet/IP einschließlich CIP Security wurde daher um Definitionen ressourcenbegrenzter Geräte erweitert.

Darüber hinaus wird es möglich sein, das Link Layer Discovery Protocol (LLDP) zu verwenden. Dies wird Knoten und Infrastruktur befähigen, andere Geräte in der Nähe zu detektieren, und die physikalische Netzwerktopologie wird sich erkennen und visualisieren lassen. Als für TSN erforderliche Komponente ist LLDP die Voraussetzung für eine problemlose Übernahme von TSN in die EtherNet/IP-Spezifikation. Zusammen mit bestehenden Netzwerkerweiterungen werden die TSN-Standards für das Senden zeitkritischer Daten über Industrial Ethernet ein Weg sein, den Anforderungen hochdeterministischer Anwendungen gerecht zu werden, mehr Möglichkeiten beim Netzwerkdesign zu bieten und die durch IT- und OT-Konvergenz verursachte zukünftige Steigerung des Datenverkehrs zu berücksichtigen.

Die aktuellen Erweiterungen der EtherNet/IP-Spezifikation ermöglichen ein tieferes Verständnis und damit eine höhere Leistung des Netzwerks insgesamt; sie bringen EtherNet/IP in sehr einfache Geräte und bilden die Basis für eine gemeinsame Nutzung von EtherNet/IP und TSN.

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