GAIA-X-Projekt smartMA-X startet

SmartFactory-KL erarbeitet Shared Production

05. Januar 2021, 19:04 Uhr   |  Andreas Knoll


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Die Rolle der SmartFactory-KL im GAIA-X-Projekt

Das Logo des smartMA-X-Projekts
© SmartFactory-KL

Das Logo des smartMA-X-Projekts

»Zuerst müssen wir unseren Demonstrator an das GAIA-X-Netzwerk andocken«, sagt Keran Sivalingam, Projektleiter von smartMA-X, wie das Teilprojekt der SmartFactory-KL heißt. »Das, was wir in den nächsten Jahren entwickeln, wird dann zum Vorbild für alle anderen. Wir wollen definieren, wie Maschinen mit ihren Skills überhaupt Teil des GAIA-X-Netzwerks werden können.« Doch das ist erst der Anfang. Ein Blick in die Details zeigt die Komplexität der Aufgabe: Eine Fähigkeit (ein Skill) besteht aus vielen kleinen Teilen, so genannten Atomic Skills. Der Skill selbst ist also die Summe kleiner oder untergeordneter Skills, weshalb er wissenschaftlich korrekt Compound Skill genannt wird. So setzt sich beispielsweise der Compound Skill „Loch bohren“ aus vielen Atomic Skills zusammen: unter anderem Drehzahl, Bewegung zum Produkt, Bohrdruck und Bohrwinkel. »Wir müssen nun erforschen und ausprobieren, welcher Grad an Abstraktion eines Skills notwendig und sinnvoll ist, um ihn im GAIA-X-Netzwerk anzubieten. Sind Compound Skills zielführender oder Atomic Skills?«, erläutert Sivalingam. »Vor allem müssen wir aber auch testen, was technisch überhaupt möglich und sinnvoll ist. Dazu gibt es bisher kaum Wissen.«

Neue Geschäftsmodelle mit Maschinendaten?

Eine weitere Aufgabe von smartMA-X ist die Arbeit mit Maschinendaten, die mit zunehmender Digitalisierung überall in großem Umfang generiert werden. »Bisher arbeitet kaum jemand damit«, sagt Projektleiter Sivalingam. »Viele deutsche Mittelständler sitzen auf Daten, ohne zu wissen, welche praktischen Anwendungsmöglichkeiten es hierfür gibt.« Schon 2014 hieß es: Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts. Der Bezug waren allerdings Personendaten. Aber die Aussage trifft auch auf Maschinendaten zu. »Erst seit wir auf echte Maschinendaten zurückgreifen können, können wir überhaupt sinnvoll im Bereich industrieller KI-Anwendungen forschen«, so Sivalingam. »Deshalb bin ich sehr gespannt, welche Anwendungen oder Geschäftsmodelle wir in den nächsten Jahren unter Verwendung der maschinellen Daten aus unseren Forschungsarbeiten entwickeln.«

Trotz Blick in die Zukunft plant Ruskowski den nächsten konkreten Schritt für 2021: »Im Moment fokussieren wir uns auf Smart Maintenance«, sagt Ruskowski. »Das setzen wir gerade in unserem Demonstrator mit unserem Partnerkreis um. Die Headline ist resiliente Produktion: Wie kann ich Module aus einem System herausnehmen, ohne dass die Produktion stoppt. Darauf zahlt auch GAIA-X ein, denn denkbar wäre, dass der ausfallende Skill irgendwo in Europa übernommen werden kann.« In diesem Sinne plant der Partnerkreis der SmartFactory-KL, in diesem Jahr einen fassbaren Smart-Maintenance-Use-Case zu präsentieren.

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