Es ist Zeit für digitale Transformation

Warum Unternehmen gerade jetzt digitaler werden sollten

25. August 2020, 18:52 Uhr   |  Christian Banse


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Strategisch nachjustieren

Die aktuelle Situation hat bei vielen Unternehmen die Voraussetzungen für den Einsatz neuartiger digitaler Techniken geschaffen, allerdings teilweise unter sehr hohem Druck, spontan und ohne lang geplante Strategie. Für einen nachhaltigen Erfolg dieser Digitalisierungsprojekte kommt es nun darauf an, zu ermitteln, ob die getroffenen Entscheidungen sinnvoll und tatsächlich wirksam sind und in die Unternehmensstrategie passen. Wichtig ist dabei, zu bewerten, inwieweit die jetzt in der Krise schnell umgesetzten Maßnahmen in einen Dauerbetrieb überführt und wie Konzepte des souveränen Datenaustausches auf Basis bestehender Strukturen umgesetzt werden können.

Es hat sich mehr denn je gezeigt, dass Unternehmen, die bereits auf Digitalisierung setzen, deutlich besser auf die Krise vorbereitet waren. Klassische Betriebe, die bisher nicht oder nur gering auf digitale oder elektronische Vertriebswege oder Prozesse gesetzt haben, waren hier im Nachteil. Diesen Unternehmen fehlen nun die nötigen Ressourcen, um in neue Maschinen und Produktionsanlagen zu investieren. Umso wichtiger ist es, dass diese Unternehmen jetzt zeitnah und schnell kognitive Internet-Techniken einführen, um beispielsweise mittels Retrofit, also Nachrüsten von Altsystemen, die Möglichkeiten intelligenter Sensor-Systeme in der Produktion zu nutzen. Das Modell eines so etablierten „Digitalen Zwillings” ermöglicht beispielsweise die Analyse von Zuständen und die Simulation von Prozessen und eröffnet somit neue Chancen, den bestehenden Maschinen- und Anlagenpark für die Zukunft zu qualifizieren.

Nachhaltig agieren

Die aktuelle Situation hat das Potenzial, unsere Gesellschaft in eine nachhaltige, digitale und „kognitive“ Zukunft zu bringen. Jetzt gilt es, die passenden Weichen zu stellen, um sich den „großen Themen“ wie vertrauenswürdigen europäischen Datenräumen, robuster und authentischer Echtzeitkommunikation sowie nachprüfbaren KI-Algorithmen zu widmen. In Zukunft muss ein stärkerer Fokus auf die Aspekte der Nachhaltigkeit, Resilienz und Datensouveränität gelegt werden. Und zwar in sämtlichen Aspekten der Gesellschaft, von Logistik über Industrie und Produktion bis hin zur Landwirtschaft.

Christian Banse ist Leiter der Geschäftsstelle des Fraunhofer Cluster of Excellence Cognitive Internet Technologies CCIT und Abteilungsleiter Service & Application Security am Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit AISEC.

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