IoT-Funkstandards

Wer clever kombiniert, profitiert

09. März 2021, 16:07 Uhr   |  Jan Bose, Alpha-Omega Technology; Thomas Nickel, Elvaco


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

NB-IoT für weit entfernte Bereiche

Ein Narrowband Internet of Things, kurz NB-IoT, kann ein LoRaWAN sinnvoll ergänzen. Es bringt ähnliche Eigenschaften mit, doch es gibt einen wichtigen Unterschied: NB-IoT nutzt das bestehende Netz der großen deutschen Mobilfunkanbieter und kann daher fast überall betrieben werden. So kann NB-IoT gut an solchen Einsatzorten einspringen, die LoRaWAN nicht abdeckt. Im Durchschnitt liegen beim Metering bis zu fünf Prozent der Zähler außerhalb der bestehenden Reichweite. Wollen die Betreiber diese letzten Prozent erreichen, kann es teuer werden. Der kombinierte Einsatz von LoRaWAN und NB-IoT löst dieses Problem.

Denkbar ist jeder Anwendungsfall, der durch eine Mischung von Ballungsraum mit großer Dichte und abgelegenen Gegenden gekennzeichnet ist. Den Ballungsraum deckt LoRaWAN ab, die weiter entfernten Gebiete NB-IoT. So muss der Anwender keine zusätzlichen LoRaWAN-Gateways aufbauen. Für das Stadtwerk einer Gemeinde zum Beispiel ist das eine kostengünstige Lösung, um eine weit von der Ortschaft entfernte Liegenschaft einzubinden.

Alpha-Omega Technology Fernauslese
© Alpha-Omega Technology

Wer NBIoT einsetzt, kann abgelegene Liegenschaften in ein LoRaWAN-Netzwerk einbinden.

Auch in der smarten Landwirtschaft arbeiten die Funkstandards sinnvoll zusammen: Der mit LoRaWAN ausgestattete Ballungsraum wäre in diesem Beispiel der landwirtschaftliche Betrieb mit Stallungen und Verarbeitungsbereichen. Um auch weit entfernte Felder überwachen zu können, kommt NB-IoT hinzu.

Ein weiteres Beispiel ist eine Liegenschaft in der Innenstadt, etwa ein Bahnhof, dessen Kellerräume in ein bestehendes LoRaWAN-IoT eingebunden werden sollen. Sind die Wände stark abgeschirmt, kann LoRaWAN sie unter Umständen nicht vollständig durchdringen. Ein NB-IoT-Modul schafft hier ergänzend Abhilfe.

Messwerte weisen früh auf Gefahren hin

Die Anwendungsmöglichkeiten von LoRaWAN und NB-IoT gehen über die reine Energieeinsparung hinaus und schließen Smart Offices, Smart Buildings oder Smart Cities ein. In moderne Fernablese-Systeme lassen sich außer der Messtechnik für Wärme, Strom und Wasser weitere mit Sensoren ausgestattete Geräte in Wohngebäuden oder Produktionsstätten einbinden. Vernetzte Wärmemengenzähler geben beispielsweise Energieunternehmen Auskunft über Volumen, Durchfluss und die Vor- und Rücklauftemperatur. Die gewonnenen Daten ermöglichen es, das Netzwerk-Management zu optimieren und eine vorausschauende Wartung zu realisieren.

In industriellen Anlagen geben die Messwerte Hinweise auf mögliche Gefahren, bevor ein Schaden eintritt. Auch empfindliche Technik lässt sich schützen: Die Sensoren überwachen wenig genutzte Bereiche wie Serverräume. Ein weiteres Beispiel sind Rauchmelder oder Temperatur- und Feuchtesensoren, um beispielsweise Schimmelbildung entgegen zu wirken. Der Einsatz lohnt sich für größere Wohnhäuser, aber auch für Bürogebäude, Einkaufscenter und Schulen. Hier lässt sich mit einem sensorgestützten IoT ein energieeffizientes, kostensparendes und schlagkräftiges Facility Management aufbauen. Und Gemeinden können dank der hohen Reichweite zum Beispiel eine intelligente sensorgestützte Straßenbeleuchtung umsetzen.

Jan Bose ist Geschäftsführer bei Alpha-Omega Technology
Thomas Nickel ist Area Manager DACH bei Elvaco

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