Sicher und bequem?: Herausforderungen der Biometrie

Pins und Passwörter waren gestern. Handy- und Laptophersteller setzen zunehmend auf Fingerabdruck, Iris-Scan und Co. und versprechen dabei Komfort und Sicherheit. Vor allem bei Letzterem fordern Hacker die Industrie immer wieder heraus.

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Zum Entsperren mobiler Geräte hat sich Biometrie längst durchgesetzt. Doch bereits jetzt würden 90 % aller deutschen Bundesbürger auch bargeldlose Zahlungen per Fingerabdruck autorisieren.

Für viele Computer- und Handynutzer ist es längst Routine: Kurz mit dem Finger über die Fläche fahren oder den Daumen auf das runde Feld drücken, schon ist der Bildschirm entsperrt. Besitzer neuerer Geräte können zur Freischaltung auch in eine 3D-Kamera gucken, in der ein Sensor das Auge oder das ganze Gesicht erfasst.

Fingerabdruck-Scan oder Gesichtserkennung - solche biometrischen Authentifizierungs-Systeme sind praktisch. Sie sorgen unter anderem dafür, dass Verbraucher sich keine hundert Pins und Passwörter mehr merken müssen, die noch dazu oft leicht zu umgehen sind.

Und sie werden immer sicherer…

...Der Münchner Chiphersteller Infineon etwa verbaut Sensoren mit der sogenannten Time-of-Flight-Technologie (ToF) in Handys des Herstellers LG. Der Chip erfasst Infrarotlicht, das vom gescannten Objekt reflektiert wird. Auf diese Weise wird ein 3D-Bild des Gesichts erstellt. Mit einem schlichten 2D-Foto des Besitzers lässt sich das Handy damit nicht mehr knacken. Zovor hatte Apple bereits eine noch etwas aufwändigere Variante der Gesichtserkennung (FaceID) für das iPhone entwickelt.

»Einfache Systeme wie 2D-Kameras oder Fingerabdrucksensoren konnten überlistet werden«, sagt Peter Laackmann, Sicherheitsstratege des Bereichs digitale Sicherheitslösungen bei Infineon. »Neuere Verfahren wie die dreidimensionale Gesichtserkennung bieten weitaus höhere Sicherheit.« Doch hundertprozentig lässt sich diese mit keinem System garantieren.

Erst Ende vergangenen Jahres tricksten Hacker…

...des Chaos Computer Clubs (CCC) einen Sensor aus, der die Venenstruktur unter der Hand erkennt und zuordnen kann, auch wenn es sich aus Sicht von Experten um ein veraltetes Gerät gehandelt hatte, das nicht auf dem neuesten Stand der Technik war.