Sensor+Test 2019: »Die Branche braucht eine Messe wie diese«

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

„GMA/ITG-Tagung Sensoren und Messsysteme“ und zukünftige Sonderthemen

Die „GMA/ITG-Tagung Sensoren und Messsysteme“ hätte turnusgemäß eigentlich erst 2020 auf dem Programm gestanden. Warum findet sie nun bereits in diesem Jahr statt?

Die bisher im ungeraden Jahr stattfindenden AMA-Kongresse machen Platz für die Fachtagungen von GMA und ITG, die zukünftig diesen Termin im zweijährigen Turnus besetzen. Aus den AMA-Kongressen geht dann ab 2020 die neue „Sensor and Measurement Science International Conference“ – kurz SMSI – hervor. Neben den Themen der AMA-Kongresse werden hierbei die wissenschaftliche Messtechnik sowie die Forschung und Entwicklung für die Grundlagen und Infrastruktur der Metrologie eine wichtige Rolle spielen. Die Vorbereitungen sind hier schon sehr weit gediehen und wir freuen uns sehr, dass auch zukünftig diese beiden herausragenden Tagungen unsere Messe bereichern werden.

Wenn wir über 2020 sprechen – welches Sonderthema ist denn geplant?

Das Sonderthema 2020 ist meines Erachtens ganz besonders spannend: „Sensorik und Messtechnik für die Zustandsüberwachung“. Dafür haben auch schon einige neue Aussteller ihre Teilnahme angekündigt.

Im Zusammenhang mit der Zustandsüberwachung dürfte auch das Thema künstliche Intelligenz an Bedeutung gewinnen. Welche Rolle spielt KI aktuell auf der Sensor+Test?

Derzeit ist KI noch nicht im Fokus der Messe, das könnte sich aber in der Tat bald ändern. Die Sensorik ist für die Umwandlung physikalischer und elektrischer Größen in digitale Werte zuständig, in der Auswertung kann KI aber durchaus unterstützend sein. Entsprechend ändern sich die Anforderungen an Sensorsysteme. Es wird zunehmend eine „Intelligenz vor Ort“ gefordert, also clevere, vorverarbeitende Algorithmen, die die Messwerte zuerst beurteilen, bevor die Daten in die Cloud gehen. Aber ist das bereits künstliche Intelligenz? Ich denke, die entsteht erst dort, wo sich Software aufgrund von Erfahrungen selber adaptiert und Sensoren sich selber anlernen, ohne dass der Anwender etwas dafür tun muss.

Ein sinnvoller Ansatz für die Zustandsüberwachung, oder?

Dort, wo sich Maschinen selber beobachten und optimieren können und sollen – ja.

Gefährdet KI dann nicht auch Arbeitsplätze – beispielsweise in der Zustandsüberwachung?

Nein, denn Zustandsüberwachung ist ja noch viel mehr als nur das Erfassen und Auswerten von Sensordaten. Überwachungssysteme werden auch zukünftig von Menschen gemacht werden, die Erfahrung und Kreativität einbringen müssen, damit das zu überwachende System von der Software – wozu zukünftig sicher auch Elemente der KI gehören werden – korrekt eingeschätzt werden kann. Maschinen werden sich zwar selber überwachen können, sie werden sich aber niemals selber erfinden. Damit wird KI niemals den Menschen ersetzen können – auch nicht in der Zustandsüberwachung.

Einige abschließende Worte?

Wer wissen will, wie die Welt digital wird, muss zur Sensor+Test kommen!

Das Interview führte Nicole Wörner.