Wissenschaft trifft Kunst

Die musikalische Energie der Berliner Philharmoniker

14. Mai 2020, 07:44 Uhr   |  Heinz Arnold

Die musikalische Energie der Berliner Philharmoniker
© Heribert Schindler in Zusammenarbeit mit Fraunhofer IFAM Dresden

Die thermographische Aufnahme von Congas nach einem Konzert. Sogar die Experten waren von den Ergebnissen überrascht.

Fraunhofer-Forscher haben die musikalische Energie der Berliner Philharmoniker sichtbar gemacht.

Forscher des Dresdner Fraunhofer-Institutes für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM haben die Instrumente nach dem Spielen mit einer Wärmebildkamera abgelichtet. Die Bilder zeigen, mit welcher Intensität die Musikerinnen und Musiker ihre Instrumente spielen. Die Berliner Philharmoniker wollen mit den jetzt veröffentlichten Bildern der »Heat-Serie« Musik optisch sichtbar machen und mit den ungewöhnlichen Bildern zeigen, welche Energie Musik entwickelt.

Eine Wärmebildkamera ermittelte dazu über die Infrarotstrahlung die Oberflächentemperatur von Instrumenten – und zwar vor, während und nach einem Konzert. Die dabei entstandenen Thermogramme zeigen eindrucksvoll und zum Teil auch überraschend, welche Temperaturen an welchen Stellen der Instrumente entstehen. Die Instrumente heizen sich durch Berührungen, Druck und Atemluft auf. Beispielsweise durch Auflegen einer Violine auf die Schulter, das Bespielen einer Pauke oder das Halten des Taktstocks.  

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer IFAM Dresden fanden heraus, dass sich die Instrumente beim Spielen um bis zu 10 Grad erwärmen. Dies hängt natürlich auch vom Material ab. Blechblasinstrumente nehmen Wärme schneller auf, geben sie aber auch rascher wieder ab. Holzblasinstrumente dagegen nehmen Wärme langsamer auf, halten diese dafür aber länger.