Uni Kiel

»Energetic Particle Sensoren« aus Kiel fliegen zur Sonne

18. November 2016, 13:07 Uhr | Hagen Lang
Solar Orbiter
© ESA

Ein Team der European Space Agency (ESA) hat jetzt die vier »Energetic Particle Sensoren« der Universität Kiel begutachtet und für gut befunden, die sich im Oktober 2018 mit der ESA-/NASA-Sonde »Solar Orbiter« der Sonne so nah wie nie zuvor annähern werden.

Aufgabe des Solar Orbiter ist es, Aufschlüsse über die Vorgänge auf der Sonnenoberfläche sowie die Zusammensetzung und Veränderung des »Sonnenwindes«, des Stromes geladener Teilchen zu gewinnen, der permanent von der Sonne abgestrahlt wird. »Die Instrumente sind jetzt abgenommen. Am Montag liefert unser Team sie persönlich in England ab. Dass wir diesen engen Zeitplan erfolgreich geschafft haben, ist vor allem unserem hervorragenden Team zu verdanken«, sagte Professor Robert Wimmer-Schweingruber von der Universität Kiel.

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Unter den vier im »Energy Particle Detector« (EPD) verbauten Instrumenten sind eine Instrumentenkontrolleinheit (ICU) und der Sensor SIS (SupraThermal Ion Spectrograph) verbaut. SIS wird Partikelmessungen während der Sonnenreise im Energiebereich von ca. 100 Kilo- bis 10 Megaelektrovolt vornehmen. Der Sensor wird unter Leitung Prof. Wimmer-Schweingrubers am Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory (APL) entwickelt.

 

SolarOrbiter
Payload-Verteilung auf dem SolarOrbiter
© ESA
Sensoren
Die drei Kieler Sensoren sind bereit fürs Weltall: links EPT-HET1 und 2, rechts STEP.
© Jürgen Haacks, CAU

Im Reinraum des Kieler Instituts für Physik entstanden drei Sensoren. Der Sensor STEP (Supra Thermal Electrons and Protons) misst im Energiebereich 2,5 bis 65 Kiloelektronenvolt. Von in diesem Bereich einströmenden Partikeln werden auf einer Seite des Instruments Elektronen durch ein Magnetfeld abgelenkt, Protonen und Ionen werden hingegen gemessen. Auf der anderen Seite des Instruments (ohne Magnetfeld) wird der gesamte Partikelstrom gemessen. Die Differenz beider Seiten gibt Aufschluss über die Elektronen.

Baugleich mit je zwei Sensoren sind die Instrumente EPT-HET1 und 2. Die Sensoren EPT (Electron and Proton Telescope) und HET (High-Energy Telescope) messen Elektronen im Energiebereich zwischen 20 Kilo- und 20 Megaelektronenvolt sowie Protonen von 20 Kilo- bis 100 Megaelektronenvolt in jeweils zwei Richtungen, der Sonnenseite/sonnenabgewandten Seite sowie der Umlaufbahn zu-, bzw. abgewandten Seite.


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