Digitale Nase

Gassensoren warnen Menschen vor schlechter Luft

19. Januar 2023, 12:52 Uhr | Kathrin Veigel
Sensorik VDI
Digitale Nasen: Sensorik für gute Innenraumluft
© Design CellsAdobe Stock

Den Geruchssinn digitalisieren – das klingt ein bisschen nach Science Fiction. Dabei sorgen Gassensoren schon heute für gute Innenraumluftqualität. Wie die digitale Nase funktioniert, erklären die VDI-Experten Richard Fix und Andreas Schütze.

Mikrofone hören, Kameras sehen, Touchbildschirme, Druck- & Bewegungssensoren fühlen – aber der Geruchssinn ist bisher noch nicht hinreichend digitalisiert. »Der Geruchssinn des Menschen wird oft unterschätzt«, so Andreas Schütze, Leiter des Lehrstuhls für Messtechnik an der Universität des Saarlandes. Er und Richard Fix, Portfoliomanager bei Bosch Sensortec für MEMS-Sensoren, arbeiten daran, diesen weißen Fleck auf der Messtechnik-Landkarte zu schließen. Beide sind im VDI/VDE-GMA Fachausschuss Multigassensorik vertreten

Die Sensorentwicklung bei Bosch fokussiert die Nutzbarkeit für verschiedenste Hersteller. »Wir stellen sozusagen die Sensorkomponenten her, die Sinne erschließen – insbesondere den Geruchssinn«, so Richard Fix. Gassensoren können so in Geräte integriert werden. Mikromechanik und Elektronik greifen in Form von kleinen Siliziumchips. 

So funktioniert ein Gassensor

Ein Gassensor ist ein technisches Gerät, das Informationen über Komponenten in der Luft oder in anderen gasförmigen Zusammensetzungen in ein elektrisches Signal umsetzt. »Unsere Nase ist tatsächlich relative ähnlich zu Multisensorsystemen«, erläutert Andreas Schütze. In der Nase befinden sich Rezeptoren, die auf bestimmte Moleküle reagieren. H2S ist solch ein typisches Molekül für verderbende Eier. »Das registriert unsere Nase, weil H2S giftig ist«, so der VDI-Experte.

Ein Gassensor agiert ähnlich, wobei sie nicht den Vorteil der Evolution genießen. Technische Maßnahmen sind notwendig, um die Reaktion der Sensoren auf bestimmte Stoffe und Gerüche zu trainieren. Ein Vorteil des Sensors sei die objektive Messung, den unsere Nase gewöhnt sich an Gerüche wie schlechte Luft in einem Raum. 

Bei schlechter Innenraumluft stellen sich oft Kopfschmerzen oder Hüsteln ein. Vor allem die Konzentrationsfähigkeit nimmt ab. In Schulen, Universitäten und Büros sind daher die digitalen Nasen sinnvoll. 

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