Magnetsensor / Virtual Reality

Neue Dimension der Interaktion

22. Januar 2018, 11:54 Uhr   |  Nicole Wörner

Neue Dimension der Interaktion
© D. Makarov

Abhängig von den Feldern eines Permanentmagneten werden die Bewegungen der Hand, auf der der Sensor aufgebracht ist, auf eine virtuelle Skala übertragen, was die Lichtintensität kontrolliert.

Ein ultradünner Magnetsensor, auf der Handinnenfläche befestigt, ermöglicht es Nutzern, allein über die Interaktion mit Magnetfeldern virtuelle und physische Gegenstände berührungslos zu steuern.

Spätestens seit dem Erfolg der Spiele-App Pokémon GO ist vielen Menschen die „Erweiterte Realität“ ein Begriff. Per Computer wird eine Wahrnehmung erzeugt, bei der sich reale und virtuelle Welt vermischen.

Bisher beruhten diese Anwendungen hauptsächlich auf optischen Methoden. Physiker des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) haben mit Kollegen des Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung (IFW) sowie der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) einen ultradünnen, elektronischen Magnetsensor entwickeln, der sich auf der Haut tragen lässt. Allein über die Interaktion mit Magnetfeldern ermöglicht das Gerät, virtuelle und physische Gegenstände berührungslos zu steuern.

Auf den ersten Blick wirken die kleinen goldglänzenden Elemente…

...wie ein modernes Tattoo. Doch auf der hauchdünnen Folie, die sich an die Handinnenfläche wie eine zweite Haut anschmiegt und mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen ist, befinden sich Sensoren, die den Menschen einen magnetischen sechsten Sinn verleihen könnten. In Zukunft soll es ihnen dadurch ermöglicht werden, Objekte, zum Beispiel Telefone oder Bedienungsanlagen, sowohl in der physischen Welt als auch in Umgebungen der erweiterten oder virtuellen Realität mit bloßen Gesten zu steuern. So schwebt es zumindest Dr. Denys Makarov vom Institut für Ionenstrahlphysik und Materialforschung am HZDR vor.

Erstmals konnten der Physiker nun zeigen,…

...dass die ultradünnen und fügsamen Magnetsensoren in Kombination mit einem Permanentmagneten Positionsänderungen eines Körpers im Raum wahrnehmen und verarbeiten können. »Unsere elektronische Haut zeichnet die Bewegungen beispielsweise einer Hand auf, indem sie ihre Position in Verbindung zu den externen Magnetfeldern des Permanentmagneten setzt«, erläutert der Erstautor der Studie Cañón Bermúdez vom HZDR. »Dadurch können wir ihre Rotationen nicht nur digitalisieren und in die virtuelle Welt übertragen, sondern dort sogar Objekte beeinflussen.« So gelang es den Forschern, eine virtuelle Glühbirne auf einem Computerbildschirm berührungslos zu steuern.

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