Osram von der Krise gebeutelt

Umsatzeinbruch im dritten Quartal

29. Juli 2020, 12:21 Uhr   |  Heinz Arnold

Umsatzeinbruch im dritten Quartal
© Osram

Der Umsatz von Osram fiel um fast 30 Prozent auf 606 Mio. Euro. CEO Olaf Berlien gibt sich dennoch zuversichtlich.

Und er kann sogar noch etwas Gutes am Ergebnis erkennen: »Das EBITDA vor Sondereffekten fiel mit minus 27 Mio. Euro deutlich besser aus als erwartet wurde«, so schreibt Osram in der Pressemitteilung zum Ergebnis des zweiten Quartals.  

Damit kommt Osram im zweiten Quartal 2020 – es ist das dritte im Geschäftsjahr von Osram – in der Krise deutlich schlechter weg, als ams, die die Mehrheit an Osram übernommen hat: Statt tiefroter Zahlen kann ams einen Rekordumsatz im zweiten Quartal 2020 verzeichnen und erwartet auch für das dritte Quartal einen kräftigen Zuwachs.

Entsprechend der neuen Mehrheitsverhältnisse haben die Osram-Aufsichtsratsmitglieder Roland Busch, Frank H. Lakerveld und Arunjai Mittal ihre Mandate niedergelegt. Auf sie folgen der selbständige Unternehmensberater Hans-Peter Metzler, ams-Vorstand Thomas Stockmeier und ams-Betriebsrat Johann Christian Eitner.

Während der Unternehmensbereich Automotive von Osram erwartungsgemäß vom Umsatzeinbruch am stärksten betroffen war, entwickelt sich Opto Semiconductors verhältnismäßig positiv. Unternehmensweit lag der Free Cashflow aufgrund des effektiven Managements des Betriebskapitals »lediglich bei minus 7 Mio. Euro«.  

»Der Erfolg unserer Corona-Maßnahmen und unseres Liquiditäts-Managements schlägt sich klar in unseren Quartalszahlen nieder. Im dritten Quartal haben wir bereits die Gesamtersparnis erreicht, die wir uns für das Gesamtjahr vorgenommen hatten«, sagte Olaf Berlien, Vorstandsvorsitzender von Osram. »Insbesondere unsere Entwicklung in Nordamerika und China macht uns zuversichtlich, unsere aktuelle Jahresprognose trotz aller Widrigkeiten zu erreichen.«

Die tiefsten Spuren hinterließ die Corona-Krise im dritten Quartal erwartungsgemäß im Geschäftsbereich Automotive (AM). Dort gingen die Erlöse um 35,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 282 Mio. Euro zurück. Dazu trug auch entscheidend die weiterhin schwache Margenentwicklung im Joint Venture Osram Continental bei. Dort wurde zudem eine Abschreibung von 48 Mio. Euro verbucht.

Das bereinigte EBITDA des gesamten Automotive-Bereichs betrug minus 23 Mio. Euro. Der Barmittelabfluss konnte auf 19 Mio. Euro begrenzt werden. Deutlich weniger stark fiel der Rückgang im Halbleiterbereich Opto Semiconductors aus. Hier reduzierte sich der Umsatz um 19 Prozent auf 297 Mio. Euro. Das bereinigte EBITDA betrug 36 Mio. Euro. Die operative Marge blieb mit 12,2 Prozent im zweistelligen Bereich. Der Free Cashflow war mit 24 Mio. Euro weiter positiv. Der Digitalbereich DI war in Teilen signifikant von Umsatzrückgängen, zum Beispiel bei Kinolampen und Bühnenbeleuchtung, betroffen. Daher sanken die Umsätze um rund 31 Prozent auf 159 Mio. Euro. Das bereinigte EBITDA betrug minus 23 Mio. Euro. Der Free Cashflow war hingegen mit 17 Mio. Euro deutlich positiv.

»Das laufende Schlussquartal des Geschäftsjahres 2020 wird konjunkturell weiterhin von der Corona-Krise geprägt bleiben«, so Osram. Zwar verzeichnet das Unternehmen insbesondere in Asien sichtbare Zeichen einer Erholung. Die Produktionsstandorte dort fertigen annähernd so viel wie vor Einsetzen der Pandemie. Doch die konjunkturelle Erholung in Europa bleibt noch abzuwarten. Insgesamt sieht sich der Vorstand auf gutem Weg, die im Juni angepasste Jahresprognose zu erfüllen.

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