Sensorbranche in Aufbruchstimmung

Viele Gewinner und ein Sorgenkind

04. Juni 2020, 17:30 Uhr   |  Engelbert Hopf


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Entwicklung des Smartphone-Marktes wird entscheidend...

Für alle Möglichkeiten des Sensor- und MEMS-Einsatzes im Konsumgüterbereich wird die Entwicklung des Smartphone-Marktes entscheidend sein. Obwohl dieser Markt in den letzten Jahren stagnierte, stellt er sich aktuell aus Sicht von Dr. Peter Weigand, Vice President Marketing bei Bosch Sensortec, »noch besser dar als erwartet, und dabei ist das Jahr noch nicht einmal zur Hälfte durch«. Bernhard Huber, Deputy General Manager der TDK Sensor Sales Group, verweist in diesem Zusammenhang darauf, »dass man in China derzeit gut beobachten kann, dass eine Rückkehr zur Normalität im öffentlichen Leben auch dem Absatz von Smartphones positive Impulse gibt«.

Damit diese Rückkehr zur Normalität die entsprechenden konjunkturellen Impulse liefert, ist für die Sensorik- und MEMS-Experten entscheidend, dass Unternehmen und Konsumenten wieder Vertrauen in die Zukunft fassen. Tritt das ein, dürfte die Sensorik- und MEMS-Branche im ersten Schritt vor allem im Smartphone-Segment vom Rollout der 5G-Technologie profitieren. »Natürlich erschwert die anhaltende Corona-Krise eine genaue Vorhersage«, so Huber, »aber wir erwarten, dass in diesem Jahr bis zu 300 Millionen 5G-Smartphones auf den Markt kommen. Gegenüber 2019 wäre das eine Steigerung um 900 Prozent.«

»Echtzeitübertragungen, die Steuerung von Industrie-4.0-Anwendungen über Cloud Computing, Smartphones, Smart Homes, Smart Devices bis hin zur Augmented Reality dürften sich mit 5G im Consumer- und Industriebereich in Zukunft zu starken Wachstumstreibern für das Sensorikgeschäft entwickeln», versichert auch Wedermann.

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© Markt&Technik

Bernhard Huber, TDK: »Natürlich erschwert die anhaltende Corona-Krise eine genaue Vorhersage, aber wir erwarten, dass in diesem Jahr bis zu 300 Millionen 5G-Smartphones auf den Markt kommen. Für die Sensorindustrie ergeben sich daraus vielfältige Möglichkeiten.»

Bleibt als vorläufiges Sorgenkind der Sensorik- und MEMS-Branche also nur der Automobil- und Automotive-Markt. Als Essenz einer aktuellen Marktuntersuchung, die im April dieses Jahres durchgeführt wurde, geht Dr. Richard Dixon, Senior Principal Analyst E/E and Semiconductor bei IHS Markit, davon aus, »dass in diesem Jahr 18 Millionen Autos weniger produziert werden als ursprünglich prognostiziert«. – »Auswirkungen eines Rückgangs der Automobilproduktion werden auf Ebene der Halbleiterhersteller im Allgemeinen mit einer Verzögerung von etwa zwei Monaten sichtbar«, erinnert Dr. Helm an einschneidende Branchenereignisse der Vergangenheit.

Aktuell geht man bei TDK davon aus, dass im Automotive-Bereich ab Juli/August eine allmähliche Erholung eintritt »und sich die gesamte europäische Autozulieferkette in der zweiten Jahreshälfte 2020 zunehmend erholt«. Dr. Dixon stellt fest, »dass die Lagerbestände in der Automotive-Branche dieses Mal offenbar besser verwaltet werden als nach der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009. Wir gehen deshalb davon aus, dass der Markt für Automotive-Komponenten der für 2021 erwarteten Erholung des Automobilmarktes folgt«. Für die nächsten Monate dürfte nach Einschätzung von Wedermann darum das größte Problem der Automobil- und Automotive-Branche darin bestehen, »dass ein neues Auto nach der Corona-Krise sicher für viele nicht zu den ersten Investitionen zählen wird«.

Mehr über die aktuellsten technischen Trends und wirtschaftlichen Entwicklungen im Sensorik- und MEMS-Bereich erfahren Sie im Trend Guide „Sensorik“, der am 10. Juni erscheint.

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